Die Kirche war bis auf den letzten Platz gefüllt, die Anwesenden festlich gekleidet – es musste ein besonderer Tag sein. So war es denn auch: Erwartungsvoll trafen die Absolventinnen und Absolventen des Gesundheitswesens gemeinsam mit ihren Familien, Freunden und Bekannten ein. Nach einer intensiven und anspruchsvollen Prüfungszeit galt es, den erfolgreichen Abschluss der Ausbildung im Gesundheits- und Sozialbereich gebührend zu feiern.
Die Begrüssung erfolgte durch die Lehrer in fünf verschiedenen Sprachen. Damit wurde auf eindrückliche Weise sichtbar gemacht, wie viele Menschen mit Migrationshintergrund das Schweizer Gesundheitswesen bereichern. «Ihr habt es geschafft, eure anspruchsvolle Arbeit – oft im Schichtbetrieb – mit Schule und Prüfungen erfolgreich unter einen Hut zu bringen. Das ist eine grosse Leistung und darf heute mit Stolz gefeiert werden», sagte Rektor Hanspeter Schläpfer vom BBZ Herisau einleitend.
Mit einem filmisch gestalteten Rückblick erinnerten sich die Absolventinnen und Absolventen an ihre spannende und lehrreiche Ausbildungszeit. Neben den vielen sinnstiftenden Erfahrungen kam auch der Humor nicht zu kurz. Lustige Begebenheiten sorgten immer wieder für Schmunzeln und zeigten, wie vielfältig die vergangenen Jahre gewesen waren.
Mit Stolz und Begeisterung blickten die jungen Berufsleute auf ihre Lehrzeit zurück. Nicht wenige waren überzeugt, mit ihrer Berufswahl die beste Ausbildung gewählt zu haben. Immer wieder wurde betont, dass die Ausbildung weit mehr als fachliches Wissen vermittle – sie sei eine eigentliche Lebensschule. Einige wollen ihren erfolgreichen Abschluss denn auch als Sprungbrett nutzen und unmittelbar eine Weiterbildung oder Zusatzausbildung in Angriff nehmen.
«Ihr seid nie allein»
Der Fähigkeitsausweis sei weit mehr als ein Stück Papier. Er sei der Beweis dafür, etwas Grosses geleistet zu haben, führte Yvonne Ribi, Geschäftsführerin des Schweizer Berufsverbands der Pflegefachpersonen, aus. Die besondere Nähe zu den Menschen verleihe dem Pflegeberuf eine aussergewöhnliche Tiefe. Von der Geburt bis zum Lebensende begleiteten Pflegefachpersonen Menschen in allen Lebensphasen. Die professionelle Arbeit im Gesundheitswesen verlange viel Engagement, Fachwissen und Belastbarkeit, sei gleichzeitig aber auch ausserordentlich bereichernd. Kurz gesagt: Es sei eine Arbeit mit, an und für Menschen.
Yvonne Ribi mahnte die jungen Berufsleute zugleich, Sorge zu sich selbst zu tragen und das eigene Wohlbefinden immer wieder bewusst zu reflektieren. Die Pflege sei wie ein Leuchtturm – er könne nur leuchten, wenn das Feuer in den Pflegenden brenne. Deshalb habe die eigene Gesundheit höchste Priorität. Nur wer selbst Kraft habe, könne auch anderen Menschen Gutes tun. «In dieser Profession könnt ihr euch ein Leben lang weiterentwickeln. Vertraut darauf: Auf eurem spannenden Berufsweg seid ihr nie allein», gab sie den Absolventinnen und Absolventen mit auf den Weg. Vor ihnen liege ein weites Berufsfeld mit zahlreichen Entwicklungsmöglichkeiten. Wichtig sei es, auf dem Erlernten aufzubauen und sich Freude, Empathie und Begeisterung für einen der schönsten Berufe überhaupt zu bewahren, schloss sie ihre Ansprache.
Für die musikalische Umrahmung sorgte zwischendurch das «Virchow’sche Trio» mit den Lernenden Cora Dörig, Aline Fässler und Maya Frischknecht. Mit einer eigens für den Anlass zusammengestellten Band bereicherten sie den Abend auf erfrischende und stimmungsvolle Weise.
Ehrung der Jahrgangsbesten
Eine besondere Würdigung erhielten die Absolventinnen und Absolventen mit den höchsten Abschlussnoten. Franziska Brühwiler vom Alters- und Pflegeheim Krone in Rehetobel schloss ihre Ausbildung mit der hervorragenden Durchschnittsnote 5,7 ab und wurde dafür mit lang anhaltendem Applaus geehrt. Ebenfalls ausgezeichnet schnitt Aline Fässler vom Kantonalen Gesundheitszentrum Appenzell Innerrhoden mit der Note 5,4 ab. Yener Pelin von der Stiftung Altersbetreuung Herisau erreichte mit der Durchschnittsnote 5,3 ebenfalls einen überdurchschnittlichen Abschluss.
Mit einem reichhaltigen Apéro vor der Kirche klang der festliche Abend in gemütlicher Atmosphäre aus.
Der Beitrag «Es war die beste Ausbildung» erschien zuerst auf appenzell24.ch.
«Es war die beste Ausbildung» 2026 IUSTITIA.BG – Investigations 2009-2025 2026-07-04 15:49:00
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