Menschen unterschiedlichster Herkunft kamen zusammen, begegneten sich, tauschten sich aus, musizierten, assen gemeinsam und genossen ungezwungene Stunden im Kapuzinerkloster.
Stärkung des Zusammenhalts
Für Ronald Drexel, Leiter der Fachstelle Integration, bildet ein solcher Begegnungstag eine wichtige Grundlage, um einander besser kennenzulernen und Vorurteile abzubauen. Gegenseitiger Respekt soll geschaffen und der interkulturelle Austausch gefördert werden. Gleichzeitig soll die kulturelle Vielfalt sowohl für Einheimische als auch für Migrantinnen und Migranten als Bereicherung erlebt werden.
Ferzad Rashidi, Leiter des Asylzentrums, strahlte angesichts der vielen Besucherinnen und Besucher den ganzen Tag über. Er freute sich besonders darüber, dass so viele Menschen die Gelegenheit nutzten, miteinander ins Gespräch zu kommen, zu diskutieren und gemeinsam zu lachen. Genau solche Begegnungen seien wichtig, um einen tragfähigen gesellschaftlichen Zusammenhalt zwischen Einheimischen und Migrantinnen und Migranten zu schaffen.
Integration kann gelingen
In zahlreichen Gesprächen wurde an diesem Tag deutlich, wie Integration gelingen kann, wenn Möglichkeiten erkannt und konsequent genutzt werden. Ein eindrückliches Beispiel dafür ist Betül Bakir, die aus der Türkei geflüchtet ist. Sie setzte alles daran, möglichst schnell Deutsch zu lernen, und besucht heute die 6. Klasse des Gymnasiums. Ihr Ziel ist klar: Sie möchte Lehrerin werden. An diesem Begegnungstag erfreute sie die Besucherinnen und Besucher zudem mit ihren farbenfrohen Landschaftsmalereien.
Ihre Geschichte zeigt beispielhaft, dass Integration nicht einfach ein abstrakter Begriff ist, sondern im Alltag gelebt werden kann – mit persönlichem Engagement, Offenheit und der Bereitschaft, neue Wege zu gehen.
«Seien Sie neugierig»
Landesfähnrich Jakob Signer zeigte sich begeistert davon, mit wie viel Leidenschaft und Herzblut dieser Begegnungstag gestaltet wurde. Die Möglichkeit, diese Vielfalt gemeinsam zu erleben, sei eine wichtige Grundlage für zukünftige Verbindungen. Dafür müsse man jedoch offen und respektvoll aufeinander zugehen.
Seine Botschaft an die Besucherinnen und Besucher war deshalb ebenso einfach wie treffend: «Seien Sie neugierig.» Wer neugierig auf andere Menschen, ihre Geschichten, ihre Kulturen und ihre Lebensweisen zugehe, schaffe die Voraussetzung dafür, gegenseitiges Vertrauen aufzubauen.
Musikalische Vielfalt
Acht unterschiedliche Verpflegungsstände und ein abwechslungsreiches musikalisches Programm zeigten eindrücklich, wie Migration als gesellschaftliche Bereicherung erlebt werden kann. Überall wurde gegessen, geredet, gelacht und musiziert.
So sangen ukrainische Frauen gemeinsam mit türkischen Frauen und Schweizerinnen Lieder aus der Ukraine, die schon bald zum Tanzen einluden. Männer stimmten Lieder aus dem Balkanraum an. Dazu gesellte sich einheimische Musik: Der Kinderchor «Zwitscherchischte» sorgte für weitere musikalische Farbtupfer und das Trio «Handgschalte» bereicherte den Tag mit ihren «Schwizerörgeli».
Den Abschluss bildete das Appenzeller Jugendchörli, und als das Lied «Jetzt wemmer e Tschöppeli loschtig se» angestimmt wurde, traf es die Stimmung des gelungen Anlasses treffend und viele freuen sich bestimmt auf eine Wiederholung im nächsten Jahr.
Der Beitrag «Seien Sie neugierig» erschien zuerst auf appenzell24.ch.
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