Beim Blick in den Saal wurde deutlich, dass klassischer, handgemachter Rock sein Publikum noch immer findet. So dominierte denn auch die Farbe Schwarz an der Rocknacht im Casino. Wenn Rockfans gemeinsam zu bebenden Bässen und Gitarrenriffs tanzen und lautstark mitsingen, spielt es keine Rolle, welche Band auf dem T-Shirt steht oder wie alt man ist. Hauptsache, es rockt und die Sorgen werden für ein paar Stunden ad acta gelegt.
Eröffnet wurde der Abend von der Emmentaler Band «Rock-Out». Und als Opener zeigte dabei auch die junge Emmentaler Band «Rock-Out», dass sie sich neben den etablierten Namen keineswegs verstecken muss. Die jungen Musiker setzten von Beginn weg auf schnörkellosen, geradlinigen Rock. Sänger und Gitarrist Luca Leuenberger machte keinen Hehl daraus, was der Auftritt für die Band bedeutete: Es sei eine Ehre, den Abend für «China» und «CoreLeoni» eröffnen zu dürfen. Mit ihrem beherzten Auftritt fanden die «Berner Giele» rasch den Draht zum Publikum. Der Grundstein für einen schweizerisch geprägten Rockabend war gelegt.
«China» lassen die Achtziger aufleben
Danach gehörte die Bühne einer Band, die Schweizer Rockgeschichte mitgeschrieben hat. «China» konzentrierten sich neben einigen neueren Stücken vor allem auf Songs aus ihrer erfolgreichen Anfangszeit. Dies sehr zur Freude des Publikums. Für einen besonderen Moment sorgte Hardy Hartmeier. Nach dem vierten Song stiess der erste «China»-Sänger dazu und wurde vom Publikum entsprechend herzlich empfangen. Die Band liess die 80er wieder aufleben und spielte Hits wie «Sign in the Sky», «In the Middle of the Night» oder die Ballade «So Long». Dabei brauchte es keine übertriebene Bühnenshow. «China» überzeugten mit solidem, routiniert gespieltem Rock und sichtbarer Freude daran, ihre alten Songs wieder vor Publikum zu spielen. Und dieses Publikum nahm die musikalische Zeitreise gerne an.
Leo Leoni lässt die Gitarre sprechen
Gespannt fieberten die Rockfans dem Höhepunkt des Abends entgegen. Schliesslich war mit «CoreLeoni» die Band um den Mann mit der blonden Mähne und dem unverwechselbaren Gitarrensound – Leo Leoni – angesagt. Mit seiner Band hat er sich ganz dem klassischen Hardrock und jenem Gitarrensound verschrieben, der auch die frühen Jahre von Gotthard geprägt hat. Leoni setzte seine Les-Paul-Gitarre mit rockigen Riffs immer wieder gekonnt in Szene. Auch optisch sorgte er für einen Höhepunkt, als er das Instrument hinter den Rücken nahm und weiterspielte. Es war einer der wenigen Momente des Abends, in denen im Publikum zahlreiche Handys gezückt wurden. Nicht weniger präsent war Sänger Eugent Bushpepa. Seine kraftvolle, raue Rockstimme verlieh dem druckvollen Sound der Band eine besondere Note. Kurzum: «CoreLeoni» begeisterten ihre Fans, die dicht gedrängt direkt vor der Bühne standen oder oben auf der Galerie feierten. Was «Rock-Out» zu Beginn angestossen und «China» weitergeführt hatten, brachten «CoreLeoni» schliesslich mit viel Energie zu Ende.
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