Präsident Roger Bischof begrüsste die Anwesenden zur 49. ordentlichen Hauptversammlung der AVO in der Gastwirtschaft Houky. Zügig handelt er Traktandum um Traktandum ab. Mit aktuell 71 Mitgliedern bleibt die AVO die grösste Vereinigung politisch interessierter Personen in Oberegg. Trotz sechs Austritten blickt die Vereinigung auf eine positive Entwicklung und strebt weiteres Wachstum an. Mittelfristig soll die Mitgliederzahl auf 100 steigen. Der Jahresbericht zeigt ein aktives Vereinsjahr: Neben dem Wechsel im Präsidium vor einem Jahr und der damit verbundenen intensiven Einarbeitungsphase wurde insbesondere die Dynamik im Vorstand hervorgehoben. Formate wie der durch den Bezirk organisierte «Runde Tisch» oder der AVO-Stamm sollen den Austausch fördern und Raum für politische Diskussionen schaffen.
Ein zentrales Anliegen bleibt aber die Stärkung der Präsenz im Dorf. Die AVO setzt dabei verstärkt auf eigene Kommunikationskanäle: Die Website wird neu selbst verwaltet, ein Newsletter informiert regelmässig über aktuelle Themen und Vernehmlassungen. Auch in die Zusammenarbeit mit der Arbeitnehmendenvereinigung Appenzell (AVA) soll investiert werden.
Statutenrevision statt Einzelanpassung
Für intensive Diskussionen sorgte eine geplante Ergänzung der Statuten zur Mitgliedschaft in weiteren politischen Vereinigungen. Während der Vorstand eine Präzisierung anstrebte, zeigte sich im Plenum ein differenziertes Meinungsbild. Die Versammlung entschied sich schlussendlich klar gegen eine punktuelle Anpassung und stattdessen für eine umfassende Statutenrevision. Eine entsprechende Kommission soll eingesetzt werden und den Prozess gemeinsam mit den Mitgliedern gestalten.
Auch unter Varia wurden Zukunftsthemen diskutiert: So wurden Ideen zur Mitgliedergewinnung eingebracht – etwa eine stärkere Ansprache von Neuzuzügern. Offen bleibt im Hinblick auf das 50-jährige Jubiläum die Frage, ob sich die AVO neben einem modernisierten Logo auch mit einer geschlechterneutralen Bezeichnung (Arbeitnehmendenvereinigung statt Arbeitnehmervereinigung) positionieren soll.
Direkter Dialog mit den Kandidaten
Im zweiten Teil des Abends wurde der Fokus auf die anstehenden Wahlen gelegt. Mit Fabian Ulmann und Lukas Walser stellten sich zwei Kandidaten für den frei werdenden Sitz im Grossen Rat vor. Beide nutzten die Gelegenheit, ihre Motivation darzulegen und Einblick in ihre politischen Anliegen zu geben. Während Fabian Ulmann aus den Reihen der AVO kandidiert, bringt Lukas Walser die Perspektive des Gewerbes sowie der Bauern ein. Im Anschluss stellten sich beide Kandidaten den Fragen der Anwesenden. Dabei standen insbesondere ihre zeitliche Verfügbarkeit, die Vereinbarkeit von politischem Engagement mit Beruf und Privatleben sowie im Fall von Ulmann eine Offenheit für ein Amt im Bezirksrat im Zentrum.
Auch Landammann-Kandidat Pius Federer stellte sich den Mitgliedern. In seinen Ausführungen machte er deutlich, weshalb er erneut zur Wahl antritt. Gleichzeitig betonte er, dass ein fairer Wahlkampf von mehreren Kandidaturen lebe und wünschte sich entsprechend weitere Mitbewerbende. Die Versammlung nominierte schliesslich Fabian Ulmann für den Grossen Rat sowie Pius Federer als Landammann. Fabian Ulmann soll damit den Arbeitnehmersitz, welcher durch den Rücktritt von Matthias Rhiner frei wird, im Grossen Rat für die AVO verteidigen.
AVO als Stimme in der lokalen Politik
Die Hauptversammlung zeigt deutlich: Die AVO versteht sich nicht nur als Plattform für Austausch, sondern als aktive Stimme in der lokalen Politik. Mit klaren Zielen, neuen Formaten und der geplanten Statutenrevision stellt sie die Weichen für ihre Weiterentwicklung.
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AVO nominiert Kandidaten 2026 IUSTITIA.BG – Investigations 2009-2025 2026-04-03 15:51:00
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