Prachtvoller hätte der Tag im schönen Biedermeierdorf gar nicht beginnen können. Duftige kleine Nebelzüge lagen in den Senken, als die Sonne aufging. Kräftig rostbraunes, leicht knisterndes Laub lag an den Trottoirrändern, während beidseits der Strasse dichtgesäumt viele Zuschauerinnen und Zuschauer auf die sennische Auffuhr warteten.
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Die zehn Sennten kamen alle von der gleichen Seite her zum Henry-Dunant-Platz, der ganz im Zeichen der Viehschau zurecht gemacht war. Schon von Weitem hörte man den Schellenklang, was die Kinder in den Zuschauerreihen ganz aufgeregt werden liess – und die Erwachsenen bestimmt ebenso …
Und schon erschienen sie um die letzte Kurve vor der Zielgeraden zum Schauplatz. Bei manchen kamen voraus die «Gässgoofe» mit ihren Lieblingen. Aber auch zwischendrin halfen bereits die Kinder der Bauern, selbstverständlich ebenfalls mit stolzer Freude «sennisch gröscht». Schneeweiss leuchteten die «Sennehempe» und Trachtenblusen zu den «geele ond bruune Hose, roote Liibli» sowie den blauen und braunen Ausserrhoder Trachten der Frauen und Mädchen. Alles passgenau geschneidert, damit nichts verrutscht, während man die Tiere in Schach halten muss. Auch Innerrhoder «Wechtigstrachte» waren auszumachen. Und überhaupt – viele «Chennige» halfen beim «Öberefahre».
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Über Lautsprecher wurde jeder eintreffende Senn vorgestellt, herzlich begrüsst und willkommen geheissen. Zehn von elf Bauern waren mit insgesamt 414 Tieren sennisch aufgefahren. Schnell war der Platz mit sehr gepflegten, tollen Kühen und Rindern belegt. Zwischen den Reihen gab es genügend Platz für die interessierten und fachkundigen Besucher.
Im Festzelt war bestens für das leibliche Wohl gesorgt. Im angeregten Austausch ging das «Zäuerle» der Sennen beinahe unter, was diese aber nicht im Geringsten störte – sie genossen es sowieso.
Am Nachmittag stand die Wahl der besten und schönsten vierbeinigen Damen auf dem Programm, und auch die Miss Heiden wurde gekürt. Wie auch bei vorangegangen Viehschauen hatten die Experten wahrlich keine leichte Wahl. Sie versicherten den Bauern deshalb einhellig, dass sie mit ihrem «Vech» wirklich tolle Arbeit leisten und stolz darauf sein dürften. Dies wurde mit herzhaftem Applaus des grossen Publikums unterstrichen.
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Danach wurde es Zeit, den Heimweg anzutreten. Wieder war die Strasse zwischen Schauplatz und Kirche von viel Volk gesäumt, welches den Sennen ehrenvolles Spalier stand. Kaum aus deren Blick entschwunden, löste sich die Menschenmenge auf und im Dorf kehrte allmählich wieder Ruhe ein. So erhaschte man gerade noch das Gespräch von zwei Innerrhodern, wo der eine sagte: «Du, do usi gangi no wiede, ase wiit isches gää nüd.» Worauf der andere trocken entgegnete: «Joho, ond Chennig hetts au en Blätsch».
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