In ihrer Präsidialansprache zeichnete Andrea Berlinger Schwyter das Bild einer Welt, deren Rad sich immer schneller dreht: Die geopolitischen Gewichte verschieben sich und die Rückkehr der Machtpolitik stellt bewährte Handelsregeln infrage. Entscheidend sei nicht, wie sich dieses Rad anhalten lasse, sondern wie man die Orientierung behalte. Genau darin sieht Berlinger Schwyter die Aufgabe der IHK: Entwicklungen einordnen, mit Blick auf die nächsten Jahre statt auf die nächste Schlagzeile. Deutliche Worte fand sie zur Europapolitik. Die Initiative zur 10-Millionen-Schweiz hätte auf bestehende Herausforderungen mit Stillstand reagiert, ohne die eigentlichen Probleme zu lösen. Gefragt sei stattdessen ein Umgang mit der demografischen Alterung und eine bessere Nutzung des Arbeitskräftepotenzials. Mit Blick auf die Bilateralen III bekannte sich die Präsidentin klar zum bilateralen Weg als beste Option für die Schweiz: «Offenheit heisst nicht, die eigene Identität aufzugeben.»
Nachbarschaft wird zur Partnerschaft
Im Anschluss an die statutarischen Geschäfte diskutierten Christine Egger-Schöb (CEO und Miteigentümerin «Schöb AG»), Fabian Frick (Vizepräsident der Liechtensteinischen IHK) und Daniel Grünenfelder (Präsident des AGV Sarganserland-Werdenberg) mit IHK-Direktor Markus Bänziger über die Frage, was gute Nachbarschaft zur echten Partnerschaft macht. Einig waren sich die Gäste: In der Region Sarganserland Werdenberg ist die Nähe zum Fürstentum Liechtenstein gelebter Alltag, wirtschaftlich wie gesellschaftlich. Beim Verkehr verwies Daniel Grünenfelder auf die zu Stosszeiten überlasteten Brücken und Knotenpunkte und forderte gemeinsames Handeln: «Jeder Wirtschaftsraum braucht ein brauchbares Verkehrskonzept, und wenn wir die Region als einen Wirtschaftsraum begreifen, können wir das meistern.» Frick ergänzte, dass sich der grenzüberschreitende Pendlerstrom nur zusammen entlasten lässt: «Eine Brücke verbindet zwei Seiten, deshalb müssen auch beide Seiten miteinander reden.»
Wie hoch die bürokratischen Hürden für hiesige Betriebe in Liechtenstein sind, schilderte Christine Egger-Schöb anhand ihres Arbeitsalltags: «Ob Anmeldefristen für Arbeitnehmer oder zwei Jahresabschlüsse: Bürokratische Hürden entstehen für uns, unabhängig davon, ob wir von der Schweiz aus oder über eine Zweigniederlassung in Liechtenstein operieren. Gerade für Schweizer KMU ist das ein Wettbewerbsnachteil.»
Spannende Einblicke
Ein Grossteil der Teilnehmer nahm vor den statutarischen Geschäften an Firmenbesichtigungen teil. Gastgeberbetrieb «Schöb AG», «Verdunova AG», «VAT Vakuumventile AG», «Körber Pharma Packaging AG» und die «Hoval AG» öffneten für die IHK-Mitglieder ihre Tore und gewährten inspirierende und spannende Einblicke.
Der Beitrag Durch gute Nachbarschaft zu wirtschaftlicher Stärke erschien zuerst auf appenzell24.ch.
Durch gute Nachbarschaft zu wirtschaftlicher Stärke 2026 IUSTITIA.BG – Investigations 2009-2025 2026-06-18 10:47:00
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