Der Widerstand gegen die geplante Lkw-Maut im Burgenland wächst. Weil auch Reisebusse über 3,5 Tonnen betroffen wären, warnt der deutsche Branchenverband vor Folgen für den Tourismus. Erste Veranstalter könnten das Burgenland aus ihren Reiseprogrammen streichen.
Hotels, Thermen und Wirte könnten die geplante Lkw-Maut im Burgenland schon bald zu spüren bekommen. Denn was als Abgabe gegen den Schwerverkehr geplant ist, würde auch Reisebusse über 3,5 Tonnen treffen. Deutsche Reiseveranstalter könnten das Burgenland deshalb aus ihren Programmen streichen und ihre Gäste künftig anderswohin bringen. Davor warnt der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmen in einem Brief an die Landesregierung in Eisenstadt.Verband warnt: Es gibt auch andere Reiseziele als das BurgenlandDer Verband vertritt mehr als 3000 Betriebe mit über 42.000 Bussen und fordert eine Ausnahme für Reisebusse. Aus Mitgliedsunternehmen gebe es bereits Rückmeldungen, wonach das Burgenland bei Einführung der Maut „aus Reiseprogrammen gestrichen oder bei künftigen Planungen nicht mehr berücksichtigt werden könnte“.Gruppenreisen würden lange im Voraus kalkuliert und stünden im Wettbewerb mit zahlreichen europäischen Zielen, argumentiert der Verband. Zusätzliche Kosten könnten daher dazu führen, dass Veranstalter andere Destinationen ansteuern. Mit den Busgruppen gingen demnach auch Umsätze bei Hotels, Thermen, Wirten sowie Kultur- und Ausflugszielen verloren. Zudem seien die Gäste wichtige Botschafter, die das Burgenland weiterempfehlen oder später als Individualurlauber zurückkehren würden. Verständnis zeigt der Verband für Maßnahmen gegen unerwünschten Schwer- und Ausweichverkehr. Ein Reisebus auf dem Weg zu einem Hotel, einer Therme oder einem Ausflugsziel sei jedoch „kein Transitverkehr“, heißt es in dem Schreiben.Wirtschaftskammer und Nachbarbundesländer laufen SturmDie Warnung aus Deutschland trifft mitten in einen heftigen Maut-Streit. Ab 2027 will die rot-grüne Landesregierung Fahrzeuge über 3,5 Tonnen auf ausgewählten Verbindungen zwischen der ungarischen Grenze und dem hochrangigen Straßennetz zur Kasse bitten. Die Wirtschaftskammern im Burgenland und in den Nachbarbundesländern laufen dagegen Sturm. Der steirische Kammer-Präsident Josef Herk fordert sogar, mögliche Mehrkosten bei Lieferungen ins Burgenland auf Rechnungen als „Dosko-Aufschlag“ auszuweisen.Gespräche mit Wirtschaft in den nächsten TagenUnd das Land? Aus dem Büro von Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) heißt es auf „Krone“-Anfrage, man werde „solche Briefe“ nicht kommentieren. Verwiesen wird auf Verkehrslandesrat Heinrich Dorner (SPÖ). Doch auch von dort heißt es zur deutschen Warnung: kein Kommentar. Gesprochen wird dafür mit der Wirtschaftskammer Burgenland. In den kommenden Tagen soll bei einem Termin das Thema Maut „allumfassend“ besprochen werden.
Kritik aus Deutschland – Maut-Pläne könnten Reisegruppen vertreiben 2026
IUSTITIA.BG – Investigations 2009-2026 2026-09-02 03:40:38
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