Zwischen Putsch und Posse: In einer eilig einberufenen Sitzung des erweiterten Landesparteivorstandes der SPÖ Niederösterreich wurde über die angekündigte Kampfabstimmung zwischen Staatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig und Landesparteichef Sven Hergovich beim SPÖ-Landesparteitag am 30. Mai debattiert. Der geplante Putsch wurde zur Posse.
Es waren turbulente Tage in der SPÖ Niederösterreich. Vor rund einer Woche vertieften sich die Bemühungen der Bundes-SPÖ, dem amtierenden Landesparteichef Sven Hergovich mit der in Niederösterreich sehr beliebten Ex-Landesrätin und nunmehrigen Staatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig beim Landesparteitag am 30. Mai eine Gegenkandidatin entgegenzustellen. Der Plan, geschmiedet auch federführend von SPÖ-Chef Andreas Babler und Parteigeschäftsführer Klaus Seltenheim, ging dem Vernehmen nach aber bereits durch sein Bekanntwerden zumindest ein klein bisschen nach hinten los.Maulwurf erwies Babler und Co. BärendienstWie auch Königsberger-Ludwig selbst im Anschluss in einem Schreiben festhielt, wären vor der Verlautbarung eigentlich noch einige Gespräche zu führen gewesen. Ein roter Maulwurf steckte den Plan aber verfrüht durch, erhöhte damit den Druck – und trat eine kleine politische Lawine los. Ins Rollen kam sie schnell: Babler stellte sich vor Königsberger-Ludwig, viele rote Polit-Granden aus Niederösterreich bekundeten jedoch Hergovich die Treue – und übten Kritik am Vorgehen der Herausforderer.Am Montag müsste eine Kampfkandidatur durch den Parteivorstand offiziell abgesegnet werden. „Um die Situation offen, intern und nicht über die Medien zu besprechen“, lud Hergovich am Mittwoch noch zu einem erweiterten Parteipräsidium. In der Parteizentrale wurde darüber debattiert, ob es zur Kampfkandidatur Königsberger-Ludwigs kommen solle.Putsch wurde zur PosseDas Ergebnis: Vom geplanten Putsch bleibt nur eine Posse. Königsberger-Ludwig zog ihre Kandidatur zurück. „Meine Intention war niemals, der SPÖ Niederösterreich zu schaden“, betonte sie nach der Sitzung des erweiterten Landesparteipräsidiums. Einstimmig beschlossen wurde, dass sich Hergovich Ende Mai der Wiederwahl als Vorsitzender stellen und als Spitzenkandidat in die Landtagswahl 2028 gehen wird. „Uns verbindet viel mehr, als uns trennt“, betonte Hergovich seinerseits. Ziel sei es, dass die unterschiedlichen Ebenen – Bundes- und Landespartei sowie Bezirks- und Ortsorganisationen – „an einem Strang ziehen“.Rückschlag für BablerKönigsberger-Ludwig kandidiert als stellvertretende Landesparteivorsitzende – diese Funktion hat sie auch derzeit inne. „Andreas Babler wird sich indes abermals fragen müssen, warum sein Einfluss als Bundesparteichef nicht einmal von Wien bis nach St. Pölten reicht“, so ein hoher Genosse.
Rückzieher in Sitzung – Paukenschlag: Zweikampf in der SPÖ abgesagt 2026 IUSTITIA.BG – Investigations 2009-2025 2026-04-15 17:17:06
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