Mit zwei Luftangriffen haben die USA die höchste Autobahnbrücke des Iran zerstört. US-Präsident Donald Trump bejubelt den Schlag und droht: „Es folgt noch viel mehr“. Der Iran sieht ein Kriegsverbrechen.
Bei den Luftangriffen auf die B1-Brücke bei Karadsch in der iranischen Provinz Alborz am Donnerstag kamen laut iranischen Staatsmedien mindestens acht Menschen ums Leben, 95 weitere seien verletzt worden. Viele Menschen hätten sich am Fluss unter der Brücke versammelt, um nach persischer Tradition das Fest Sizah bedar im Freien zu begehen.Trump droht erneutTrump feierte die Zerstörung der Brücke. „Die größte Brücke im Iran stürzt ein und wird nie wieder genutzt werden – es wird noch viel mehr folgen!“, schrieb der Präsident auf seiner Plattform Truth Social. Er postete ein Video, auf dem die Konstruktion einstürzt, während dichter Rauch aufsteigt.War VorzeigeprojektDie Autobahnbrücke hatte sich noch im Bau befunden und war ein ambitioniertes Projekt des Mullah-Regimes. Sie sollte Teheran mit der weiter westlich gelegenen Stadt Karadsch verbinden. Staatsmedien sprachen vom „komplexesten Ingenieursprojekt Westasiens“, das ausschließlich mit iranischer Technologie errichtet. Fertiggestellt sollte sich die Brücke über 1050 Meter erstrecken. Der höchste Pfeiler maß 136 Meter.Der Iran spricht von einem Angriff auf zivile Infrastruktur und stellt damit ein Kriegsverbrechen in den Raum. „Angriffe auf zivile Infrastruktur zeugen lediglich von der Niederlage und dem moralischen Zusammenbruch eines Feindes, der sich in Aufruhr befindet“, tweetete Außenminister Abbas Araghchi.Die Brücke sei Teil einer geplanten militärischen Versorgungsroute gewesen, erklärte dagegen ein anonymer US-Militär gegenüber der „New York Times“. Raketen und Drohnen hätten darüber transportiert werden sollen.„Sollte für Gesprächsstoff sorgen“Der Völkerrechtler Brian Finucane bezweifelt das. „Meiner Einschätzung nach wurde diese Brücke nicht getroffen, um einen militärischen Vorteil zu verschaffen, sondern sollte Teheran unter Druck setzen und für Gesprächsstoff sorgen“, sagte er der „New York Times“.Offenkundig will der US-Präsident den Druck auf Teheran erhöhen. Jetzt sei es an der Zeit, einen „Deal zu machen, bevor es zu spät ist“, schrieb er. Schon zuvor hatte er gedroht, dass man „Brücken als Nächstes, dann Kraftwerke“ angreifen werde, sollte der Iran seine Blockade der Straße von Hormuz nicht aufheben. Seit dem Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar ist der Schiffsverkehr durch die Meerenge weitgehend zum Erliegen gekommen. Die Blockade hat zu einem dramatischen Anstieg der Erdölpreise geführt. Nur Schiffe aus einer Handvoll Länder – darunter Iran, Indien und China – passieren die Straße weiterhin täglich.Bringt UNO-Votum Öffnung?Nach Angaben von Diplomaten will der UNO-Sicherheitsrat am Samstag in New York über eine von Bahrain eingebrachte Resolution zum Schutz der Handelsschifffahrt in und um die Straße von Hormuz abstimmen. Der Resolutionsentwurf würde „alle notwendigen defensiven Mittel“ zum Schutz der Handelsschifffahrt für einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten genehmigen. Die USA unterstützen den Vorschlag.
„Es folgt noch mehr“ – US-Luftangriffe zerstören höchste Brücke im Iran 2026 IUSTITIA.BG – Investigations 2009-2025 2026-04-03 11:01:27
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