Nachdem Franz Fässler vor einem Jahr in Abwesenheit zum neuen Kirchenratspräsidenten gewählt worden war, leitete er am Freitag die Kirchhöri zum ersten Mal. Er sprach von einem Jahr mit neuen Herausforderungen. In den ersten Monaten seiner Amtszeit habe er einen Betrieb mit über 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern kennenlernen dürfen. Fässler erwähnte auch die vielen helfenden Hände im Hintergrund.
Bevorstehende Pfarrvakanz
Nach elf Jahren als Standespfarrer wird Lukas Hidber im Sommer Appenzell verlassen. «Wir bedauern das sehr, haben aber Verständnis für seinen Wunsch nach Veränderung», sagte Franz Fässler. Lukas Hidber hinterlasse viele Spuren. Nachdem er am 8. März 2015 in Appenzell eingesetzt worden war, habe er sich sehr schnell einen Namen als hervorragender Prediger und Menschenfreund gemacht, so der Kirchenratspräsident. Die Verabschiedung von Pfarrer Lukas Hidber durch den Kirchenrat erfolgt im Rahmen des Gottesdienstes am 28. Juni 2026.
Bedingt durch die Demission von Lukas Hidber wird es eine Pfarrvakanz von unbestimmter Dauer geben. Die Suche nach einem Nachfolger liegt beim Personalamt des Bistums St. Gallen. Für die Zeit der Vakanz stellt sich Kaplan Thomas Meli als Pfarradministrator zur Verfügung. Als Pfarreibeauftragte für Appenzell konnte Seelsorgerin Patricia Staub gewonnen werden. «Sie wird zum Gesicht vom Moritz», sagte der Kirchenratspräsident am Freitagabend.
Projekt Kirchgemeindehaus
Wie Bauchef Simon Fischli erklärte, wurde das Projekt eines gemeinsamen Kirchgemeindehauses mit der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Appenzell überarbeitet bzw. redimensioniert, um die Einpassung in die Umgebung zu optimieren. Die Kirchbürger erteilten am Freitag grünes Licht für die Baueingabe. Nach einem positiven Ausgang der Baueingabe werden beide Kirchgemeinden separat über den Baurechtsvertrag abstimmen. Ist diese Hürde auch genommen, wird den Kirchbürgern ein Gesuch für einen Baukredit bzw. Rahmenkredit vorgelegt. Als Standort für das gemeinsame Kirchgemeindehaus ist die zentrale Baulandfläche vor der evangelisch-reformierten Kirche vorgesehen. Geplant ist darin ein Saal für 150 bis 180 Personen.
Neuwahlen
Nach siebenjähriger Tätigkeit als Kirchenrat und Vizepräsident gab Markus Bartholet auf die diesjährige Kirchhöri seinen Rücktritt. Franz Fässler bezeichnete und würdigte die Tätigkeit des Zurückgetretenen als kompetent, lösungsorientiert und konstruktiv. Als Nachfolgerin gewählt wurde Maria Inauen.
Ebenfalls nach sieben Jahren zurückgetreten ist Revisor Roman Manser. Seine Nachfolge tritt Sandra Koch-Keller an.
Unveränderter Steuerfuss
Kirchenpfleger Marcel Baumeler konnte von einem positiven Jahresabschluss der Kirchgemeinde St. Mauritius berichten. Der Einnahmenüberschuss beträgt nicht ganz 124’000 Franken. Die Steuereinnahmen fielen um 53’000 Franken höher aus als im Vorjahr. Das Budget 2026 der Kirchenverwaltung rechnet mit einem Rückschlag von 51’000 Franken. Die grössten Ausgabeposten sind vorgesehen für den Ersatz der Brandmeldeanlage und den Unterhalt der Kirche St. Mauritius sowie die Beendigung der Sanierungsarbeiten der Kirche St. Josef in Schlatt.
Die Stimmberechtigen folgten dem Antrag des Kirchenrates, den Steuerfuss bei 10 Prozent zu belassen.
58 Kirchenaustritte
Im Jahr 2025 hatte die Kirchgemeinde Appenzell 58 Kirchenaustritte zu verzeichnen. «Die Gruppe der Austretenden wächst weiterhin an», so Kirchenratspräsident Franz Fässler. Als Hauptgrund für den Austritt würden die Missbrauchsfälle in katholischen Kreisen und deren gefühlt mangelhafte Aufarbeitung durch die Kirche erwähnt. Dieses Argument könne er durchaus nachvollziehen.
Der Beitrag Maria Inauen folgt auf Markus Bartholet erschien zuerst auf appenzell24.ch.
Maria Inauen folgt auf Markus Bartholet 2026 IUSTITIA.BG – Investigations 2009-2025 2026-03-29 17:53:00
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