Die Bundesregierung plant mit der „Aktivpension“ finanzielle Vorteile für alle, die auch im Alter weiterarbeiten wollen. Die „Krone“ hat sich die Details angesehen. Pensionistenvertreter stellen unterdessen ihre Forderungen auf und bringen eine „KI-Steuer“ ins Spiel.
Zwei Fliegen mit einer Klappe will die Bundesregierung mit der „Aktivpension“ schlagen, die am Mittwoch im Ministerrat beschlossen werden soll. Einerseits profitiere der Wirtschaftsstandort von Fachkräften, die länger zur Verfügung stehen, und andererseits zahle sich das längere Arbeiten für Pensionisten auch tatsächlich aus, so die Hoffnung.Der Gesetzesvorschlag, der noch diese Woche in Begutachtung geschickt werden soll, sieht einen steuerbefreiten Zuverdienst von 15.000 Euro im Jahr für Pensionisten und jene Erwerbstätige vor, die über ihr Pensionsantrittsalter hinaus arbeiten. „Wer in der Pension dazu verdient, wird künftig deutlich mehr Netto vom Brutto haben. Das ist ein wichtiges Zeichen, dass wir die Erwerbstätigkeit im Alter unterstützen wollen“, so Bundeskanzler Christian Stocker, der die „Aktivpension“ auch als eine Frage der Gerechtigkeit sieht.Nicht ganz so gerecht findet der Seniorenrat aber die Regelung, wonach Frauen 36,5 Versicherungsjahre aufweisen müssen, um vom Steuerfreibetrag zu profitieren: „Der Österreichische Seniorenrat fordert, dass für Frauen 30 Versicherungsjahre genug sein müssen!“Neben der steuerlichen Entlastung sollen aber auch Abgaben wegfallen, etwa werden für Erwerbstätige im Regelpensionsalter die Dienstnehmerbeiträge zur Pensionsversicherung gestrichen – unabhängig davon, ob bereits eine Pension bezogen wird oder nicht und ob man Arbeitnehmer oder Selbstständiger ist. Das Gesetz soll noch vor dem Sommer im Parlament beschlossen werden, mit Anfang 2027 dann in Kraft treten. Mit dieser Entlastungsmaßnahme verzichtet der Bund übrigens auf rund 470 Millionen Euro jährlich. Im Gegenzug erhofft man sich positive Effekte aufs Budget, indem mehr Menschen freiwillig länger arbeiten.Pensionistenverband startet bundesweite PetitionsoffensiveIn Österreich sind alleinlebende weibliche Pensionistinnen zu 32 Prozent armutsgefährdet, alleinlebende männliche Pensionisten zu 16 Prozent. Das ist auch ein Grund dafür, warum der Pensionistenverband (PVÖ) nun eine bundesweite Petitionsoffensive startet, um für eine volle Inflationsanpassung der Pensionen zu kämpfen. „Der PVÖ bringt in allen neun Landtagen gleichlautende Anträge rechtzeitig vor dem Beschluss des Doppelbudgets ein“, macht der Pensionistenverband Druck für eine „gerechte Pensionspolitik, die die reale Teuerung vollständig abdeckt“.Statt über Pensionskürzungen zu sprechen, solle die Politik laut der Seniorenvertreter eher über eine stärkere Besteuerung großer Vermögen oder auch eine „KI-Steuer“ nachdenken. Diese „KI-Steuer“ solle auf außerordentliche Gewinne anfallen, die durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz entstehen.Gratis Zugfahren für SeniorenAuch eine andere Entlastungsinitiative startet am Mittwoch. Ab 15. April 2026 erhalten rund 100.000 einkommensschwache Senioren bei Beantragung der kostenlosen „Vorteilscard Senior Frei“ zwei Gratis-Zugfahrten innerhalb Österreichs. Voraussetzung ist, dass man mindestens 65 Jahre alt ist und Anspruch auf eine Ausgleichs- oder Ergänzungszulage hat. Die „Vorteilscard Senior Frei“ muss persönlich bei einem ÖBB-Ticketschalter beantragt werden. „Ein Besuch bei den Enkelkindern, ein Treffen mit Freunden oder ein Ausflug in eine andere Region in Österreich soll keine Frage des Geldbörsels, sondern für alle Senior:innen in unserem Land möglich sein“, sind sich Mobilitätsminister Peter Hanke und Sozialministerin Korinna Schumann einig.
Neues Gesetz ab 2027 – Damit soll sich Arbeiten für Pensionisten lohnen 2026 IUSTITIA.BG – Investigations 2009-2025 2026-04-15 08:35:58
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