War es ein genialer Schachzug des Killers oder reiner Zufall? Das Landeskriminalamt OÖ landete auf der Suche nach der „Nadel“ in einem unerwartet großen Daten-Heuhaufen. Denn während ein Linzer Makler (49) am 17. Jänner in seiner Wohnung zu Tode gefoltert wurde, tanzten Reich und Schön nur knapp 500 Meter vom Tatort entfernt beim CV-Ball.
Minister, ehemaliger und aktiver Landeshauptmann, Bankchefs, Konditormeister, Primar, etc. – die Ermittler im Mordfall um einen Linzer Immobilienmakler (49) haben unerwartete Namen auf der Liste jener Handys, die in der Tatnacht bei Funkmasten eingeloggt waren, die den Ort des Verbrechens abdecken.Während in der Nacht des 17. Jänners in der Penthousewohnung in der Harrachstraße ein Makler gefoltert wurde, tanzte die Elite im 480 Meter entfernten Palais Kaufmännischer Verein beim CV-Ball. Und damit waren auch die Handys Hunderter Ballgäste stundenlang eingeloggt – wie, so die Hoffnung der Ermittler, vielleicht auch die Mobiltelefone der Mörder.Mühsames AusfilternMan versucht, Telefonnummern, die üblicherweise nicht so lange an diesem Standort registriert sind, zur vermuteten Tatzeit, die sich über Stunden erstreckt haben dürfte, herauszufiltern und so möglicherweise auf Verdächtige zu stoßen.War‘s Absicht?Bei dieser Suche nach der Nadel im Heuhaufen haben es die Datenexperten der Polizei wegen des Balls mit einem unerwartet großen Haufen zu tun. Ob die Täter dies beabsichtigt hatten oder es ein unglücklicher Zufall war, ist, wie so vieles in diesem Fall, Spekulation.Das Handy des Opfers ist wegFix ist inzwischen auch, dass während des Ballgeflüsters das Handy des Mordopfers verstummte und bisher nie wieder aktiviert wurde – es wurde von den Tätern mitgenommen, und somit fehlen den Kriminalisten wichtige Spuren. Denn es ist davon auszugehen, dass der 49-Jährige, der auch im Drogen- und Rotlichtmilieu aktiv war, vertrauliche Nachrichten über kaum knackbare Messengerdienste verschickt hat.Rechtshilfeersuchen laufenDie Polizei hat – mangels rechtlicher Möglichkeiten – inzwischen Rechtshilfeersuchen an die Anbieter von Internet-Messengerdiensten gestellt, um Informationen zu erhalten, wann der Makler mit wem telefoniert oder geschrieben hat. Doch die meisten dieser Anbieter sitzen in den USA und sind für ihre Diskretion bekannt.
Linzer Makler getötet – Ballgeflüster am Handy „sabotiert“ Mordermittlung 2026 IUSTITIA.BG – Investigations 2009-2025 2026-03-24 06:11:18
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