Vom Tank-Zuschuss des Bundes in Höhe von zehn Cent pro Liter profitierten die Autofahrer nur einen Tag lang. Seit Freitag zahlen sie an den Zapfsäulen im Schnitt mehr als vor der Einführung, so das Ergebnis einer Preisbeobachtung der „Krone“ im Burgenland.
Seit wir alle wissen, wer oder was eine Straße von Hormus sein soll, ist eine 50-Liter-Diesel-Tankfüllung um rund 35 Euro teurer geworden. „Wenn Trump sagt, dass der Krieg im Iran bald zu Ende ist, sinken die Preise auf den Märkten in Rotterdam, an die wir gebunden sind“, sagt Christian Frasz vom ARBÖ Burgenland. „Und wenn Trump sagt, nein, doch nicht, dann steigen sie. Wir sind beim Spritpreis der Weltpolitik ausgesetzt.“„Versorgungssicherheit ist nicht mehr da“Der burgenländische Energiehandel fürchtet gar, dass „kleinere“ Tankstellen nicht überleben werden: „Es ist zu wenig Ware am Markt. Viele kriegen nichts mehr. Und manche sind schon leer. Die Versorgungssicherheit ist nicht mehr da.“Um die Inflation zu dämpfen und die Autofahrer zumindest ein bisschen zu entlasten, hat die Bundesregierung die Spritpreisbremse in Höhe von zehn Cent pro Liter ins Leben gerufen. Diese ist am Donnerstag um 12 Uhr in Kraft getreten.Von zehn Cent bleibt ein Cent übrigAm Mittwoch, 13 Uhr, kostete ein Liter Diesel bei der OMV-Tankstelle in Neusiedl am See 2,299 Euro. Tags darauf setzte die Spritpreisbremse ein – machte bei einer 50-Liter-Dieseltank-Füllung rund fünf Euro Ersparnis. Am Karfreitag-Nachmittag wurde der Preis auf der Tankstelle dann auf 2,289 Euro angehoben. Sprich: Von der Spritpreisbremse ist über Nacht gerade einmal ein Cent pro Liter übrig geblieben – es waren also 50 Cent, die der Staat beim Volltanken zugeschossen hat. Damit könnte man auf so mancher Autobahnraststätte nicht einmal den Eintritt ins WC bezahlen.Durchschnittlicher Mehrpreis pro Liter: Acht CentDie „Krone“ hat die Preisentwicklung bei drei weiteren Tankstellen im Land beobachtet. Bezieht man oben genannte in Neusiedl am See mit ein, ergibt sich im rechnerischen Mittel: Trotz zwischenzeitlicher Spritpreisbremse ist der Liter Diesel – nicht zuletzt wegen eines Ausreißers nach oben in der Landeshauptstadt Eisenstadt (plus elf Cent) – von Mittwoch auf Freitag um acht Cent teurer geworden.Man kann zuschauen, wie der Preis in die Höhe gehtVon einem Tank-Erlebnis der besonderen Art berichtet Eva Grill aus Steinbrunn. Die Vorsitzende des örtlichen Pensionistenvereins visierte am Karfreitag um 10.15 Uhr die Direct Tankstelle in Neufeld an der Leitha an. Preis pro Liter: 1,972 Euro. Kein Treibstoff vorrätig!Die Dame setzte sich gegenüber ins Kaffeehaus, schaute zu, wie der Tankwagen anrollte und der Preis um Punkt 12 Uhr auf 2,224 Euro umsprang. Mehrkosten: Rund zehn Euro. Sie fragt: „Wie sollen wir Pensionisten uns das noch leisten können?“
Teurer als vorher – Spritpreisbremse ist nach nur 24 Stunden verpufft 2026 IUSTITIA.BG – Investigations 2009-2025 2026-04-03 16:49:42
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