Am Karfreitagabend rettete das AKH Wien zwei Patienten mit Rissen in der Hauptschlagader — gleichzeitig. Ein Oberösterreicher war zuvor in anderen Kliniken abgewiesen worden. Die Spezialisten der MedUni Wien rückten daraufhin freiwillig aus der Freizeit ein. Eine medizinische Höchstleistung – die schnell in einer Katastrophe hätte enden können.
Karfreitagabend, Oberösterreich. Ein Mann Mitte 50: Aortendissektion — Riss in der Hauptschlagader, der größten Arterie des menschlichen Körpers. Jede Stunde ohne OP erhöht das Sterberisiko deutlich. Die behandelnden Notärzte telefonierten verzweifelt durch ganz Österreich. Niemand konnte den Mann versorgen. Es hagelte Absagen.Im AKH lag bereits eine Wienerin in den Sechzigern mit exakt derselben Diagnose auf dem OP-Tisch. In vielen anderen Städten unmöglich, in einem Krankenhaus zwei dieser absoluten Notoperationen gleichzeitig durchzuführen. Dennoch lautete hier die Antwort: Ja. Freiwillig aus der Freizeit in den OP-SaalZusätzliches Problem: Viele Mitglieder der spezialisierten Teams waren in der verdienten Freizeit – und rückten dennoch ein. Dr. Daniel Zimpfer, Leiter der Herzchirurgie am AKH: „Zusätzlich zu den Leuten im Dienst sind freiwillig Personen hereingekommen, um das zu ermöglichen.“ Zwei Eingriffe gleichzeitig, jeweils bis Mitternacht.Der Patient aus Vöcklabruck war zuvor per Hubschrauber nach Wien geflogen — das schnellste Transportmittel bei solchen Notfällen.Hochkomplexe OperationWährend dieser hochkomplexen Operationen wird die Körpertemperatur der Patienten stark abgesenkt, eine Herz-Lungen-Maschine übernimmt die Organfunktionen, das Gehirn wird phasenweise kaum durchblutet. Jeder Eingriff brachte rund zehn Fachkräfte zusammen: drei Chirurgen, zwei Anästhesisten, OP-Pflegepersonal, einen Herz-Lungen-Maschinisten und einen operationstechnischen Assistenten. Und doch: „Von den Patienten, die es lebend ins Spital schaffen, überleben bei uns acht bis neun von zehn“, so Zimpfer.85 bis 90 Prozent Überlebensrate — international eine Ausnahme. Das Credo der Abteilung der MedUni Wien: „Wir sagen Notfälle immer zu und schaffen es, das zu managen.“Erinnerungen an den Skandal von RohrbachBei den jetzigen Notfällen kommen unweigerlich auch Erinnerungen an den Fall von Rohrbach in Oberösterreich auf. Der tragische Tod einer Frau in dem Spital, die trotz korrekter Diagnose kein Intensivbett fand, hatte das Land erschüttert. Eine Aortendissektion – also das Aufreißen der Hauptschlagader – sei eine Diagnose, die niemand erleben wolle, weder als Arzt noch als Patient. Auch diesmal hätte der Fall in einer Tragödie enden können. Doch beide Patienten haben überlebt – weil Wien Ja gesagt hat.
Zwei Aortenrisse – Kein Spital sonst wollte sie: Lebensrettung im AKH 2026 IUSTITIA.BG – Investigations 2009-2025 2026-04-08 17:50:22
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