Es dürften in den vergangenen 24 Stunden noch deutlich mehr Migranten in die spanischen Exklaven Ceuta und Melilla gestürmt sein als bisher angenommen: Laut den Behörden waren es allein in Ceuta 49.000! Die Lage in der Innenstadt ist chaotisch, die Anwohner klagen über eine „totale Schutzlosigkeit“.
Bisher wurde geschätzt, dass etwa 20.000 Migranten in die spanische Exklave Ceuta gekommen waren. Doch das spanische Innenministerium erklärte am Freitag, dass etwa 49.000 Menschen eingereist seien. Sie seien von Marokko aus über das Wasser und den Landweg in das Gebiet gekommen. 18 Menschen sind dabei bisher ums Leben gekommen.Ceuta hat rund 83.600 Einwohner – das heißt, innerhalb von wenigen Stunden sind dort jetzt um etwa 50 (!) Prozent mehr Menschen als sonst. Zeitungen wie „El País“ und „El Español“ beschreiben die Situation in der Stadt als pures Chaos. Weil Tausende Migranten mangels freier Plätze in den völlig überfüllten Aufnahmezentren orientierungslos durch die Innenstadt ziehen, blieben viele Geschäfte geschlossen. Die Einheimischen haben sich aus Angst vor Unruhen in ihren Häusern verbarrikadiert.Die Karte zeigt die Lage der spanischen Exklaven Ceuta und Melilla an der Nordküste Afrikas nahe Marokko. Ceuta umfasst 18,5 Quadratkilometer, Melilla 13,4 Quadratkilometer. Der Kontext bezieht sich auf die Ankunft von Hunderten Migranten aus Marokko. Quelle: APA.if(!window.apaResc)window.apaResc=e=>{window.addEventListener(„message“,a=>{const s=a.data;if(s[e])Array.from(document.getElementsByClassName(e)).forEach(a=>{a.style.height=s[e]+“px“})})};apaResc(„apa-0952-26“);Männer wandern „ziellos“ durch StadtNationale Medien beschreiben die Exklave als einen „improvisierten Schlafsaal“ unter freiem Himmel, in dem die städtische Infrastruktur vollständig kollabiert sei. Vor allem junge Männer würden „ziellos“ durch die Stadt wandern. Es wirke im Stadtzentrum „wie um 12 Uhr mittags“, selbst mitten in der Nacht.Anwohner würden sich im Stich gelassen fühlen: Ein Einzelhändler erklärte der Nachrichtenagentur Reuters, dass sich die Unternehmer der Stadt organisieren, um einen „Selbstschutz“ für ihre Geschäfte und Familien aufzubauen, da die Polizeikräfte ausschließlich an der Grenze gebunden seien. Weitere Aussagen von Bürgern beschreiben eine „totale Schutzlosigkeit und das Gefühl, von der Zentralregierung in Madrid im Stich gelassen worden zu sein“.An der Grenze zu Marokko soll es bereits in der Nacht zu Zusammenstößen gekommen sein. Die Polizei setzte Tränengas ein, mehrere Autos brannten. Tausende Migranten versuchen weiter, die EU-Außengrenze zu erreichen.Spanien schickt TruppenSeit 2021 haben nicht mehr so viele Menschen auf einmal die Exklave im Norden Afrikas gestürmt, damals waren es mehr als 8000 Menschen innerhalb von 36 Stunden. Spanien hat jetzt angesichts der angespannten Lage Truppen in die Exklave geschickt. Regierungschef Pedro Sanchez will gemeinsam mit Innenminister Fernando Gramnde-Marlaska zum Grenzübergang Tarajal reisen.Auch in der zweiten Exklave Melilla hatten zuletzt Hunderte Migranten die Grenze überwunden. Etwa 400 Menschen seien über zwei Grenzübergänge von Marokko aus auf dem Landweg und über einen Damm im Süden der Stadt in das Gebiet gelangt, sagte der Präsident der autonomen Stadt, Juan José Imbroda, dem Radiosender Cope am Donnerstagabend.„Nicht tatenlos zusehen“Italien hat angesichts der Ausnahmesituation harte Konsequenzen gefordert: Man werde „nicht tatenlos zusehen“, kündigte die italienische Ministerpräsidentin Georgia Meloni an. Sie will, dass Spanien vorübergehend aus dem Schengen-Raum ausgeschlossen wird.Auch aus Österreich gab es bereits Reaktionen über die dramatischen Ereignisse in den nordafrikanischen Exklaven. Der ÖVP-Europaabgeordnete Lukas Mandl machte die Politik der spanischen Regierung für die Ereignisse verantwortlich: „Die Bilder aus Spanien machen betroffen. Sie sind das Resultat einer völlig verfehlten Migrationspolitik der spanischen Regierung“, erklärte Mandl. Die FPÖ-Europaabgeordnete Petra Steger bezeichnete die Ereignisse als „vollständige Bankrotterklärung der europäischen Migrationspolitik.“
Anwohner in Angst – Chaos in Ceuta! 49.000 Migranten stürmen Exklave 2026 IUSTITIA.BG – Investigations 2009-2025 2026-07-31 09:50:36
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