Wer ab Herbst mit einem älteren Diesel nach Italien fährt, sollte genau hinschauen: Ab 1. Oktober 2026 gelten in zwei beliebten Regionen neue Einschränkungen für Euro-5-Diesel. Während Lombardei und Emilia-Romagna an den Fahrverboten festhalten, haben Piemont und Venetien andere Pläne.
Ursprünglich sollten die verschärften Regeln bereits 2025 in vier norditalienischen Regionen starten. Regierung und Parlament verschoben die Einführung jedoch um ein Jahr. Nun sollen ab 1. Oktober 2026 in der Lombardei und der Emilia-Romagna zusätzliche Fahrverbote für Euro-5-Diesel gelten.Hintergrund ist die Luftverschmutzung im Norden Italiens. Besonders in der Po-Ebene kommt es im Winterhalbjahr immer wieder zu einer hohen Feinstaubbelastung. Mit den Einschränkungen sollen die Emissionen reduziert werden.Lombardei: Fahrverbot in vier StädtenIn der Lombardei gelten bereits seit 1. Oktober 2024 schrittweise verschärfte Regelungen. Ab 1. Oktober 2026 sind davon auch Euro-5-Diesel-Pkw betroffen. An Werktagen dürfen sie zwischen 7.30 und 19.30 Uhr nicht mehr in die Stadtgebiete von Kommunen mit mehr als 100.000 Einwohnern fahren. Konkret betrifft das Mailand, Brescia, Monza und Bergamo.Zunächst gilt die Regelung für Pkw. In den kommenden Jahren soll sie schrittweise ausgeweitet werden: 2027 sollen auch ältere Kleinbusse, Transporter und mittelgroße Lastwagen hinzukommen. 2028 sollen weitere Fahrzeugklassen folgen.Emilia-Romagna: Strenger im WinterhalbjahrAuch in der Emilia-Romagna tritt am 1. Oktober 2026 eine neue Regelung für Euro-5-Diesel-Pkw in Kraft. Sie gilt allerdings nur im Winterhalbjahr, also bis 31. März. Betroffene Fahrzeuge dürfen dann montags bis freitags zwischen 8.30 und 18.30 Uhr nicht mehr in Stadtgebiete von Kommunen mit mehr als 30.000 Einwohnern fahren.Die Regelung betrifft außerdem den Ballungsraum Bologna. Auch einige freiwillig teilnehmende Gemeinden unterhalb der Einwohnergrenze sind erfasst: Fiorano Modenese, Maranello und Rubiera.Piemont kippt geplantes Diesel-VerbotAnders sieht es im Piemont aus. Dort sollte ursprünglich ebenfalls ein Fahrverbot für Euro-5-Diesel kommen. Die Region hat Ende Juli jedoch einen alternativen Plan verabschiedet, mit dem die Emissionsziele ohne ein entsprechendes Verbot erreicht werden sollen.Geplant sind unter anderem der Einsatz von HVO-Kraftstoffen (Öko-Diesel) im Nahverkehr, ein Ausbau der Radverkehrsinfrastruktur und eine KI-basierte Steuerung von Verkehrsflüssen. Auch außerhalb des Verkehrssektors, etwa in der Landwirtschaft, sollen Emissionen reduziert werden.Venetien sucht nach AlternativenAuch Venetien arbeitet an einer Lösung ohne das geplante Fahrverbot für ältere Diesel. Nach Angaben der Regionalregierung sollen alternative Maßnahmen gefunden werden, um die vorgegebenen Emissionsziele zu erreichen. Der Präsident der Region hofft auf eine Anpassung der Regelungen Anfang September.
Bald oft ausgesperrt – Neue Verbote: Italien droht jetzt Diesel-Wirrwarr 2026
IUSTITIA.BG – Investigations 2009-2026 2026-08-27 21:58:10
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