Nach den schweren Ausschreitungen beim Südwest-Derby im DFB-Pokal zwischen dem SV Waldhof Mannheim und dem 1. FC Kaiserslautern herrscht großes Entsetzen. Beide Vereine müssen mit Konsequenzen rechnen. „Das ist ein absolutes No-Go, das geht gar nicht“, schimpfte Lauterns Geschäftsführer Thomas Hengen.
Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) kündigte eine umfassende Aufarbeitung der Vorfälle an. Nach Polizeiangaben wurden 35 Beamte verletzt und mehrere Fußballfans vorläufig festgenommen. Insgesamt mussten demnach 85 Personen medizinisch betreut werden und acht von ihnen zur weiteren Behandlung ins Krankenhaus. Bei den behandelten Blessuren handelte es sich laut einer Polizeisprecherin nach bisherigen Erkenntnissen um leichte Verletzungen.Der DFB hatte
bereits unmittelbar nach dem Spiel auf die Ausschreitungen reagiert. „Der
Deutsche Fußball-Bund wird die Berichte auswerten und den zuständigen Gremien
zuleiten“, hieß es in einer Stellungnahme auf Instagram. Für
sicherheitsgefährdendes Verhalten sei im Fußball kein Platz. „Der Sonderbericht
wird entsprechend lang sein“, sagte Referee Robert Schröder bei Sky.Nach Angaben des Veranstalters hatten rund 23.500 Zuschauer das ausverkaufte Carl-Benz-Stadion in Mannheim am Freitagabend besucht, darunter etwa 3500 Gästeanhänger. Die beiden Fan-Lager sind seit den frühen 1980er Jahren verfeindet und lieferten sich auch diesmal ein aufgeheiztes Duell auf den Rängen – inklusive Pyrotechnik, Feuerwerkskörpern und aufwendiger Choreografien.Fans stürmen
den RasenNach torlosen 90 Minuten
eskalierte die Situation, als nach einer Rudelbildung zwischen den Spielern auf
dem Rasen einige FCK-Anhänger Feuerwerkskörper in den Sitzplatzbereich
schossen. Daraufhin stürmten Mannheimer Fans den Platz. Einsatzkräfte der Polizei
– manche von ihnen zu Pferd – mussten einschreiten, um die Lage wieder unter
Kontrolle zu bringen. Zeitweise drohte ein Abbruch der Partie. Der Anpfiff zur Verlängerung musste infolge der Krawalle kurzzeitig verschoben werden, nach Wiederaufnahme des Spiels blieb es aber ruhig. Danach löschte die Feuerwehr einen von FCK-Anhängern im Gästefanblock gezündeten Brand.Beide Vereine kritisieren RandaliererLauterns Geschäftsführer Thomas Hengen fand deutliche Worte für die Geschehnisse. „Das ist ein Derby, da sind die Emotionen groß, so etwas darf aber nicht ausarten. Das schadet uns, das schadet allen, das schadet dem Fußball“, sagte der Ex-Profi bei Sky. Für ihn waren das Einschreiten der Polizei und das umsichtige Agieren des Schiedsrichterteams entscheidend dafür, dass es nicht zum Spielabbruch kam. Auf dem Platz sei es aber ein faires Derby gewesen.Waldhof-Geschäftsführer Gerhard Zuber hätte sich auch einen Abbruch der Partie vorstellen können. „Wenn Raketen in den Familienblock geschossen werden, ist das Maß überschritten. Da muss man irgendwann konsequent sein und vielleicht nicht mehr weiterspielen“, sagte er.Goldtor in 120. MinuteLetztlich gewann Kaiserslautern das Spiel 1:0 (0:0) nach Verlängerung. Den entscheidenden Treffer für den Zweitligisten erzielte Ibrahim Kanate in der 120. Minute, wenige Momente vor einem möglichen Elfmeterschießen.
Festnahmen, Verletzte – „Absolutes No-Go!“ Entsetzen nach Pokal-Schande 2026
IUSTITIA.BG – Investigations 2009-2026 2026-08-22 04:33:59
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