Der deutsche Logistikmilliardär Klaus-Michael Kühne ist tot. Der Hamburger Unternehmer, der als einer der reichsten Männer Deutschlands galt, wurde 89 Jahre alt. Rekord-Pleitier René Benko hatte sich mehrfach darum bemüht, Kühne in seinem Signa-Konglomerat zu halten. Doch der rüstige Kaufmann hatten den Immo-Jongleur schließlich durchschaut und war ausgestiegen – mit deutlichen Folgen für die Signa …
Klaus-Michael Kühne war ein findiger Unternehmer und als Sohn eines Hamburger Kaufmanns durchaus mit allen Wassern gewaschen. Sein Vater Alfred Kühne war bereits Chef den heutigen Transport- und Logistikunternehmens Kühne + Nagel, der Sohn baute die von seinem Großvater 1890 gegründete Firma dann schließlich zum Weltkonzern mit mehr als 1300 Niederlassungen in knapp 100 Ländern und rund 88.000 Mitarbeitern auf. 1994 brachte Klaus-Michael Kühne schließlich die Kühne + Nagel International AG an die Börse.
Dazu engagierte sich Kühne mit rund einer Milliarde Euro bei Hapag-Lloyd und trug maßgeblich dazu bei, dass die Traditionsreederei in Hamburg bleiben konnte. Zuletzt profitierte er dabei von gigantischen Dividenden infolge der massiv gestiegenen Frachtraten während der Corona-Pandemie. Zudem war Kühne Großaktionär bei der Lufthansa.
Lange reichster Mann DeutschlandsMit einem geschätzten Vermögen von 42,8 Milliarden US-Dollar befand sich Kühne viele Jahre auf der Liste der reichsten Menschen der Welt im vorderen Drittel, war zudem lange auch der reichste Mann Deutschlands. Er war außerdem nicht nur als Unternehmer, sondern auch als Mäzen tätig, investierte beim Hamburger SV ebenso wie an Universitäten und Kunsteinrichtungen, gab Millionen für die Elbphilharmonie aus und gründete eine Logistik-Hochschule in der Hansestadt.Auch den Salzburger Festspielen ließ Kühne großzügige Zuwendungen zukommen. Kühne war kinderlos, seit 1989 war er mit Christine Kühne verheiratet und lebte zuletzt in der Schweiz. Das Unternehmen bestätigte das Ableben des Milliardärs in der Nacht auf Montag. Laut „Manager Magazin“ ist Kühne vor zehn Tagen von Mallorca ins Schweizer Schindellegi zurückgekommen. Da es ihm schon schlechter gegangen sei, sei er ärztlich behandelt worden.„Mit dem Tod von Klaus-Michael ist ein Visionär, ein großer Unternehmer und eine eindrucksvolle Persönlichkeit von uns gegangen. Unsere Gedanken sind bei seiner Witwe Christine Kühne“, sagte Jörg Wolle, Präsident des Verwaltungsrats der Kühne+Nagel International AG, laut Mitteilung.
Hamburger Kaufmann brachte Benko zu FallKlaus-Michael Kühne trat nach Unternehmensangaben 1958 in das Familienunternehmen Kühne+Nagel ein und wurde 1966 Vorstandsvorsitzender der Kühne+Nagel Speditions-Aktiengesellschaft. Ab 1975 fungierte er als Chief Executive Officer der Kühne+Nagel International AG und von 1992 bis 2011 als dessen Verwaltungsratspräsident. Seit 2011 bekleidete er das Amt des Ehrenpräsidenten des Verwaltungsrats.Der Hamburger Unternehmer war jedenfalls genau einer jener Männer gewesen, die René Benko für sein Signa-Imperium gebraucht hatte. Umso bemerkenswerter ist es, dass es eigentlich Kühne war, der 2022 mehr oder weniger den Niedergang der Signa mit einleitete.
Kühne hatte etwa zwei Jahre davor in die Tochtergesellschaft Signa Development investiert, noch im Mai 2022 hatte er vorgeschlagen, ein neues Hamburger Opernhaus von Benko bauen zu lassen, doch daraus sollte nichts mehr werden. Bei einem Mittagessen Anfang Dezember 2022 in Hamburg ließ Kühne Benko einfach sitzen, verlangte anschließend die Rückabwickelung seiner Beteiligung an der Signa-Tochtergesellschaft.Mit dem Entzug des Vertrauens von Kühne begann damals für Benko ein Wettlauf gegen die Zeit und gegen den Zusammenbruch seines strauchelnden Signa-Kartenhauses – den der Finanzjongleur schließlich in spektakulärer Manier verlieren sollte. Die größte Pleite der Zweiten Republik begann vermutlich in Hamburg, weil ein Kaufmann eine gute Nase hatte … „Hat es verdient, im Gefängnis zu sitzen“Kühne selbst sparte im Nachgang übrigens nicht mit Kritik an Benko – zumal er letzten Endes auch eine halbe Milliarde Euro an die Signa verlor. „Ich bin einem Ganoven ersten Ranges auf den Leim gegangen“, meinte Kühne selbstkritisch noch im Mai 2025 gegenüber der „Welt“. „Ich habe sein Geflecht an Unternehmen nicht durchschaut. Für mich ist das Kapitel Benko abgeschlossen. Er hat es verdient, im Gefängnis zu sitzen.“Im Herbst 2024 nannte Kühne Benko auf einer Veranstaltung gar einen „Rohrkrepierer“. Nach dem Niedergang der Signa stieg der Unternehmer beim Elbtower-Projekt in der Hansestadt ein – das einstige Benko-Vorzeigeprojekt ist nach wie vor eine Baustelle und ein weiteres Millionengrab. Der gefallene Immobilienjongleur sitzt seit Jänner 2025 in Untersuchungshaft, eine Verurteilung wurde inzwischen vom Obersten Gerichtshof bestätigt. Das Strafmaß muss allerdings neu verhandelt werden, da auch ein Freispruch in einem Verfahrensteil aufgehoben wurde. Benko und seine Signa dürften die österreichische Justiz daher noch viele Jahre beschäftigen.
Hamburger Unternehmer – Er durchschaute Benko: Milliardär Kühne gestorben 2026
IUSTITIA.BG – Investigations 2009-2026 2026-08-24 11:21:51
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