Bei der im Raum stehenden Wehrdienstverlängerung sind regelmäßige Übungen das Um und Auf, betont man beim Militärkommando Steiermark – und hat das größte Manöver seit Langem auf die Beine gestellt. Die Region rund um Fürstenfeld bis ins Burgenland wird diese Woche zum „östlichen Bollwerk“. Die „Krone“ war dabei.
„Die Zeiten, in denen sich die Soldaten in den Kasernen versteckt haben, sind vorbei“, sagt Oberstleutnant Marco Spörk, Sprecher des Militärkommandos Steiermark, Dienstagvormittag. Im Zeichen wachsender geopolitischer Unsicherheiten vor der Haustür, Cyber-Bedrohungen und Desinformationskampagnen gelte es, nicht nur die eigenen Fähigkeiten zu schärfen, sondern auch die Bevölkerung verstärkt ins Boot zu holen.Stärkung der „zivil-militärischen Achse“Durch Übungen wie jene, die seit Montag in der Oststeiermark und im Südburgenland abgehalten wird, soll die „zivil-militärische Achse“ ausgebaut werden. Das Kommando bei „Eastern Stronghold“ (östliches Bollwerk) führt Oberst Günter Rath vom Aufklärungs- und Artilleriebataillon 7 in Feldbach. Er hat rund 350 Soldaten mit schwerem Gerät zusammengetrommelt, die bis Freitag verschiedenste Übungsannahmen im freien Gelände durchspielen.Über allem schwebt das Szenario, dass aus dem Osten ein Gegner mit Artilleriegeschützen anrückt – doch ein exaktes Drehbuch gibt es nicht. „Eine Übung ist keine Vorführung“, sagt Rath, schließlich gehe es darum, wie die am 1. April in Feldbach eingerückten Rekruten gemeinsam mit den Berufssoldaten die Anforderungen bewältigen. „Zielüberprüfung“ nennt sich das im Fall der Grundwehrdiener, bei der Kaderpräsenzkompanie wiederum steht die Vorbereitung auf den nächsten Einsatz im Kosovo im Mittelpunkt. Dort erwarten die Soldaten ganz ähnliche Gegebenheiten, erklärt Spörk.Rote Artillerie im Feld, blaue Späher am HügelAm Dienstag wurde von der Truppe eine Grenze überschritten – wenn auch nur jene zum Burgenland. Im Gemeindegebiet von Eltendorf stehen sich „Partei Rot“ – der Gegner aus dem Osten – und die heimischen „Blauen“ gegenüber. Ein acht Mann starker blauer Spähtrupp hat in der Nacht davor die umliegenden Hügel infiltriert „und beobachtet seit null-siebenhundert die Lage“, erklärt Rath.Um 10.16 Uhr treten dann sechs Feldbacher M109-Panzerhaubitzen auf den Plan – ein seltener Anblick in freier Wildbahn, in dieser Region laut Rath zuletzt vor Jahrzehnten so geschehen. Zwar hat man 2025 im Raabtal eine ähnliche Übung abgehalten, doch die heurige umfasst mit ABC-Abteilung und „Tactical Psychological Team“ so viele Einheiten wie noch nie.Wenn der Joint Terminal Attack Controller den Initial Point festlegtÜberhaupt hat sich viel getan seit der Jahrtausendwende. Am Kommandostand, einer begrünten Brücke über die S7, fallen Sätze wie: „Der Joint Terminal Attack Controller wird den Hubschrauber, der den Close Air Support leistet, in eine Holding Area leiten und einen Initial Point festlegen.“ Dann wird gefeuert – aus Rücksicht auf die Zivilbevölkerung nicht mit scharfer Munition.Um dennoch realitätsnah zu arbeiten, hat Major Andreas Graßmugg seine Pyrotechnik-Batterie aufgebaut. So knallt und raucht es im Maisfeld munter dahin, während der Hubschrauber im Tiefflug bald wieder abdreht. Der Verkehr auf S7 und B65, die das „Schlachtfeld“ umschließen, rollt durchgehend weiter.Heer will Beeinträchtigungen hintanhalten – Vorsicht bei MunitionsrestenMan wolle die Beeinträchtigung für die Anrainer so gering wie möglich halten, erklärt Rath. Mit den Bürgermeistern im weit gefassten Übungsgebiet von Feldbach über Fürstenfeld bis Markt Hartmannsdorf habe man in der viermonatigen Vorbereitung ein gutes Einvernehmen erzielt, in der Bevölkerung herrsche großteils Verständnis für die Notwendigkeit solcher Übungen.Gefahr bestehe keine, auch die Verkehrsbehinderungen seien überschaubar. Falls Reste von Übungsmunition gefunden werden, soll diese dennoch keinesfalls berührt und die Polizei verständigt werden.
Haubitzen im Maisfeld – „Östliches Bollwerk“: Soldaten und schweres Gerät 2026
IUSTITIA.BG – Investigations 2009-2026 2026-08-25 16:34:30
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Bundesheerübung Eastern Stronghold Bataillonsübung Königsdorf 25.08.2026 IUSTITIA



