Ein 13-jähriges Zwillingspaar macht im Landesgericht Korneuburg (NÖ) eine beklemmende Aussage: Ihre Mutter ließ den Alltagsstress an den Zwillingen aus, schlug sie regelmäßig. Das Mädchen wurde sogar als Strafe kalt abgeduscht. Der Bursche erzählte schließlich in der Schule, was zu Hause passiert. Die 32-jährige Tierpflegerin gesteht zumindest zu, Fehler gemacht zu haben. „Sie sind eine miserable Mutter“, so Herr Rat.
Man kann sich kaum vorstellen, was die Zwillinge im Landesgericht Korneuburg (NÖ) durchgemacht haben, dass sie jetzt hier im Zeugenstand sitzen. Und gegen ihre eigene Mutter aussagen. „Ich werde schon seit Längerem von meiner Mama geschlagen. Das passiert meistens, wenn sie gestresst von der Arbeit gekommen ist. Wenn ich länger für eine Aufgabe gebraucht habe, hat sie mich geschlagen“, vertraute sich der 13-jährige Bursche letztes Jahr einem Vertreter von der Jugendfürsorge an. Zur Strafe kalt abgeduschtDas tapfere Mädchen sitzt mit einem Stofftier vor dem Schöffensenat: „Wenn sie grad einen schlechten Arbeitstag hatte, war die Wahrscheinlichkeit größer. Ich habe meistens die Schläge kassiert, weil ich nicht wollte, dass es meinen Bruder trifft. Das Beschimpfen hat angefangen, als ich in die Volksschule gekommen bin.“ Irgendwann begann die 32-Jährige, auch Gegenstände nach ihrer Tochter zu werfen. Zweimal duschte sie das Kind zur Strafe kalt ab, sperrte die 13-Jährige ins Badezimmer ein.Das Mädchen erzählte im Frühling 2025 zuerst ihrem Papa von den Zuständen zu Hause – die Eltern leben seit dem ersten Geburtstag der Zwillinge getrennt. „Meine Tochter hat zu mir gesagt: Papa, hol mich da raus“, erinnert sich der Installateur im Zeugenstand. Ein paar Monate später vertraute sich auch der Bursche an. Sie berichten von Gewalttätigkeiten, es gäbe kein Warmwasser, keine Heizung und keine Lebensmittel. Im Juli zog das Mädchen schließlich zu ihrem Vater, im November dann auch ihr Bruder. „Ich will nie wieder zu meiner Mama zurück“, sagte die 13-jährige Schülerin bei der Polizei. Viele Tränen und spätes Teilgeständnis„Wir sitzen hier, weil ihre Kinder das gesagt haben“, konfrontiert Richter Manfred Hohenecker die 32-jährige Tierpflegerin. Sie weint: „Es gab immer genug Essen. Ich hab mich immer gekümmert. Ich kann mir das nicht erklären.“ Nur, dass sie später noch heftiger zu weinen beginnt: „Ich hab‘ sie letztes Jahr hin und wieder vielleicht geschlagen. Höchstens einen Schlag auf den Hinterkopf.“ Wegen der fortgesetzten Gewaltausübung wird sie zu drei Jahren teilbedingter Haft verurteilt; eines davon fest. Im Zweifel für den Angeklagten wurde „nur“ der Zeitraum von Anfang 2025 bis zu Auszug der Zwillinge aus dem Haus der Niederösterreicherin angenommen. Nicht strafbar, aber eine Rüge von Richter Hohenecker wert: Die kaputte Heizung, das kalte Wasser und der leere Kühlschrank. „Da sind sie einfach eine wirklich miserable Mutter.“ Die 32-Jährige nimmt das Urteil an.
32-Jährige verurteilt – Zwillinge geschlagen: „Will nie wieder zur Mama!“ 2026 IUSTITIA.BG – Investigations 2009-2025 2026-03-31 18:48:38
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