Wer ist für die Attacke auf das Umspannwerk in Turnow-Preilack in Brandenburg verantwortlich? Die Spurensuche läuft, die Behörden gehen mittlerweile von Terror aus. „Das waren ganz sicher keine Silvesterraketen, sondern Raketen, die zu diesem Zweck hier hergestellt wurden“, warnte Brandenburgs Innenminister Jan Redmann.
Am Dienstagmorgen wurde versucht, nahe dem Kohlekraftwerk Jänschwalde Kurzschlüsse zu erzeugen – das Stromnetz lahmzulegen. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke sprach von einem „Anschlagsversuch“. Nach dem Angriff ermittelt die Polizei unter anderem wegen Terrorverdachts.Neben dem Verdacht der Störung öffentlicher Betriebe, des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion und der Zerstörung wichtiger Arbeitsmittel werde auch wegen der Bildung einer terroristischen Vereinigung ermittelt, teilte das Brandenburger Polizeipräsidium am Mittwoch in Potsdam mit.„In zwei Fällen ist es gelungen, leitfähiges Material in die Höchstspannungsleitung einzubringen“, erklärte Landesinnenminister Redmann. Weitere Versuche seien fehlgeschlagen. „Selbstgebaute Flugkörper“ wurden verwendetEs sei bis zum Dienstagabend eine zweistellige Zahl an „Vorrichtungen“ gefunden worden. Er geht daher davon aus, „dass wir da verdammtes Glück gehabt haben“. Es seien keine handelsüblichen Silvesterraketen gewesen, aber vom Aussehen durchaus vergleichbar, so Redmann weiter. Die Täter hätten die Geschosse direkt unter den Leitungen in der Nähe des Umspannwerks Turnow-Preilack an der Grenze zu Sachsen positioniert.Nach Tatverdächtigen werde weiter gesucht – die Ermittlungen liefen in alle Richtungen. Die Tatausführung sei anders als bei bisherigen Anschlägen auf die Stromversorgung, die der linksextremistischen Szene zugeordnet werden, stellte Redmann klar. Bisher gebe es auch kein Bekennerschreiben. Ebenso wenig gebe es bisher aber einen Hinweis darauf, „dass eine ausländische Macht dahintersteht und mit geheimdienstlichen Mitteln agiert wurde“.„Wir müssen gegenwärtig davon ausgehen, dass die Täter schon mehrere Tage vorher dort vor Ort unterwegs waren und die entsprechenden Anlagen installiert haben“, sagte der Minister. Der Bau und die Installation der Vorrichtungen setze einiges „an technischem Know-how“ voraus.Wie komplex der Bau gewesen sei, müsse allerdings erst ermittelt werden – „ob es beispielsweise Bauanleitungen für solche Geräte auch im Internet gibt“, erklärte Redmann. Die bislang unbekannten Täter seien jedenfalls systematisch vorgegangen.Das betroffene Umspannwerk in Brandenburg zählt dem Innenminister zufolge zu einem der relevantesten in Deutschland. Es liege an einer der leistungsfähigsten Nord-Süd-Verbindungen. Wäre der Angriff wie beabsichtigt geglückt, „hätte das durchaus auch eine Beeinträchtigung der Netzstabilität zur Folge haben können“.Verfassungsfeindliche Sabotage bei Vorfall in Köln vermutetBei einem weiteren Fall in Bergheim bei Köln wird ebenfalls wegen verfassungsfeindlicher Sabotage ermittelt: Am Dienstagabend wurden Kabel an einer Oberleitung angebracht, um einen Kurzschluss hervorzurufen. Der Innenminister von Nordrhein-Westfalen, Herbert Reul, erklärte, man ermittle „in zwei Richtungen: fremdstaatlich gelenkte Sabotage und Linksextremismus“.Zeugen hatten Bitze am Umspannwerk gesehen und Explosionen gehört. „Das war kein kaputter Schalter, das war Absicht, das war eine Straftat“, so Reul weiter. Fünf Braunkohle-Blöcke des Kraftwerks waren danach ohne Strom, Haushalte waren nicht betroffen.
Sabotage am Stromnetz – Terror-Spurensuche: „Hatten verdammtes Glück“ 2026
IUSTITIA.BG – Investigations 2009-2026 2026-09-02 12:33:32
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Improvised explosive devices found near German power plant Janschwalde IUSTITIA



