Die Serie an Einbrüchen mit ätzender und giftiger Salpetersäure geht nahtlos weiter. Neben Wohnungen in der Brigittenau und in Favoriten traf es auch jene eines Pärchens in Wien-Landstraße. Die „Krone“ besuchte die beiden Einbruchsopfer, die bisher keine Nacht mehr in ihren eigenen vier Wänden verbringen wollten.
Seit Jahren gilt vor allem das Weißgerberviertel in der Wiener Landstraße bei den Säure-Einbrechern als beliebt. Kein Wunder, leben doch viele wohlhabende Diplomaten, Politiker oder Piloten in dem ruhigen Grätzel, um das sich der Donaukanal windet. In der Nacht auf vergangenen Mittwoch war es wieder so weit: Neben diversen Wohnungen an der Brigittenauer Lände und in Favoriten begab sich ein Zweierteam der georgischen Einbrecherbande erneut in den 3. Bezirk.Auch Türspione der Nachbarn für die Tat abgeklebtEine notdürftig installierte Tür und ätzender Geruch leiten der „Krone“ am Montag den Weg zum Tatort. „Wir waren, während die Tat geschehen ist, gerade in Niederösterreich“, erzählt Verena (Name geändert) und zeigt die massiven Verätzungen an Fliesenboden und Möbeln im Vorraum.Die ursprüngliche Eingangstür lehnt ausgehängt im Stiegenhaus – aus den Schlössern läuft immer noch ätzende und giftige Salpetersäure. Der Türspion wurde, wie jene der Nachbarn, von den Einbrechern zu Beginn des Coups überklebt.Mehrere Festnahmen in den vergangenen WochenWährend der Ferienzeit waren die Einbrecher ungewöhnlich aktiv: Dutzende Wohnungen erwischte es, wie berichtet, schon im Juli und August, während die Mieter und Eigentümer im Urlaub weilten.Doch die Schlinge der Ermittler zieht sich enger, wie zwei Vorfälle kürzlich zeigten. In Valencia und Saragossa wurden im Sommer schon einige der Georgier festgenommen, vergangene Woche klickten nach einem missglückten Coup in der Landstraßer Hafengasse – bei dem die Täter beobachtet wurden – auf der Autobahn Richtung Bratislava die Handschellen für zwei der Einbrecher. Mitgenommen haben die Kriminellen, wie in mehr als 150 Wohnungen zuvor, auch beim aktuellen Fall im Weißgerberviertel lediglich Geld und Goldmünzen. „Und billigen Modeschmuck“, erzählt Verena und schüttelt den Kopf. Das Paar flüchtete wieder: „In der Wohnung fühlen wir uns einfach nicht mehr wohl!“ Vor allem mit der dünnen Ersatztür.Kameraaufnahmen werden ausgewertetVon Wiener Wohnen hieß es, eine neue Tür komme erst nach acht bis zwölf Wochen. Verena und ihr Mann hoffen inständig, dass es schneller geht. Die Polizei ermittelt indes. Vielleicht können auch gesicherte Kameraaufnahmen dabei helfen.
Serie geht weiter – Nach Säure-Coup musste Paar „aus Wohnung flüchten“ 2026
IUSTITIA.BG – Investigations 2009-2026 2026-08-25 04:04:26
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