Schon wieder Terroralarm in Deutschland: Dieses Mal steht ein Umspannwerk unweit eines Braunkohlekraftwerks in Brandenburg im Mittelpunkt. Demnach wurden „unkonventionelle Spreng- und Brandvorrichtungen“ entdeckt – es kam auch zu einer Detonation.
Ein Angriff mit mindestens einer Explosion auf ein Umspannwerk am Kohlekraftwerk Jänschwalde im Süden Brandenburgs hat für Schäden gesorgt, das berichten mehrere Medien übereinstimmend.Dienstagfrüh seien mehrere sogenannte unkonventionelle Brand- und Sprengvorrichtung entdeckt worden, die aber nicht alle explodiert seien, sagte eine Sprecherin des Brandenburger Polizeipräsidiums in Potsdam.Polizei nimmt Vorfall „sehr ernst“Ermittler bestätigten die Vorfälle auch gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Die Polizei nehme den Vorfall „sehr ernst“. Berichte, wonach es sich bei den Waffen um „selbstgebaute Raketen“ handelte, wollten die Behörden aber nicht kommentieren. Der Netzbetreiber 50Hertz bestätigte jedoch, dass die Attacke durch Flugkörper, „die handelsüblichen Silvesterraketen ähneln“, verübt wurde. Näheres zum Aufbau und der Sprengkraft der „Sprengvorrichtungen“ ist nicht bekannt. Entschärfer seien vor Ort und es bestehe keine Gefahr für die Bevölkerung, wurde versichert.Nach Angaben des Netzbetreibers wurden mehrere Leitungen beschädigt. Es sei zu einer kurzzeitigen Leitungsunterbrechung gekommen, teilte das Unternehmen mit. Am frühen Nachmittag hieß es, alle Leitungen seien wieder in Betrieb. Die allgemeine Stromversorgung sei nicht beeinträchtigt.Ein Sprecher des Kraftwerksbetreibers Leag sprach von einem Anschlag. In der Folge habe es einen technischen Ausfall eines Blocks des Kraftwerks gegeben. „Ein möglicher Zusammenhang wird geprüft“, erklärte er. Derzeit werde an der Wiederinbetriebnahme des Blocks gearbeitet.Brandenburgs Infrastrukturminister Robert Crumbach (SPD) sprach ebenfalls von einem Terrorakt. „Der Anschlag auf die Infrastruktur in Jänschwalde ist ein Angriff auf die Sicherheit und die Lebensgrundlagen der Menschen in Brandenburg und darüber hinaus.“ Wer kritische Infrastruktur beschädigt, gefährdee Arbeitsplätze, Versorgungssicherheit, das Vertrauen und letztlich die „Gesundheit und Leben der Menschen“.Weitere Details zu möglichen Tätern und Motiven waren zunächst nicht bekannt. Die Landesregierung möchte sich „vor Ort informieren“.
Jänschwalde, unweit von Cottbus, ist das größte Kohlekraftwerk Brandenburgs, es galt laut „Spiegel“ als Zentrum des einstigen DDR-Energiebezirks.
Es sind zwar nicht mehr alles sechs Blöcke in Betrieb, dennoch ist das KKW für einen großen Teil der Stromversorgung in der Gegend verantwortlich.
2028 soll das Werk abgeschaltet werden.
Der Zeitpunkt des Vorfalls ist darüber hinaus brisant. Am Nachmittag wollte die deutsche Bundesregierung Details zum Drohnen-Terroranschlag am Flughafen Leipzig bekannt geben. Es sickerte bereits durch, dass Russland offiziell als Aufraggeber dafür verantwortlich gemacht werden wird.Im Jänner hatten zudem linksextreme Täter der „Vulkangruppe“ Starkstromleitungen nahe einem Kraftwerk im Südwesten Berlins angezündet und kurzgeschlossen. Als Grund wurde damals der „Kampf gegen den Kapitalismus“ genannt. Rund 45.000 Haushalte und mehr als 2200 Unternehmen sowie Krankenhäuser und Pflegeheime waren mitten im Winter tagelang ohne Strom. Zusammenhänge sind aber in beiden Fällen nicht bekannt. Das Landeskriminalamt (LKA) hat im Fall Jänschwalde nun die Ermittlungen übernommen.
Wieder Terroralarm – Mindestens eine Detonation bei deutschem Kraftwerk 2026
IUSTITIA.BG – Investigations 2009-2026 2026-09-01 15:05:35
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