Die Aufklärungsquote sämtlicher Straftaten gegen das Strafgesetzbuch (StGB) liegt in Appenzell Ausserrhoden über das vergangene Jahr gesehen bei 46,5 Prozent. Die Gesamtzahl der Straftaten nach StGB bei 1824, was einer Abnahme gegenüber dem Vorjahr von 20 Prozent gleichkommt. Das sind die relevantesten Eckwerte, die der nun veröffentlichten Kriminalstatistik der Ausserrhoder Kantonspolizei entnommen werden können.
Straftaten nach StGB
Nach zwei Jahren mit für Ausserrhoder Verhältnisse sehr hohen StGB-Straftaten ist 2025 ein Rückgang um 469 Taten (minus 20 Prozent) zu verzeichnen. Mit 1824 Straftaten liegt das Jahr 2025 dennoch über dem «Vor-Corona-Niveau» und weist einen der vier höchsten Werte der letzten zehn Jahre auf.
Die Aufklärungsquote der StGB-Delikte beträgt gemäss der kantonalen polizeilichen Kriminalstatistik 46,5 Prozent. Sie bewegt sich weiterhin auf hohem Niveau und liegt über der gesamtschweizerischen Aufklärungsquote (38,7 Prozent). «Dies ist erfreulich, da in unserem Kanton die Zahl der Fälle in der digitalen Kriminalität weiterhin ansteigt und diese mit ihren generell tiefen Aufklärungsquoten auch entsprechend Einfluss auf die Gesamtaufklärungsquote haben», lässt die Kantonspolizei verlauten. 2025 ist jeder vierte registrierte StGB-Straftatbestand der digitalen Kriminalität zuzuordnen.
Digitale Kriminalität
Entgegen der Gesamtzahl an StGB-Delikten verzeichnet der Bereich der digitalen Kriminalität zum sechsten Mal in Folge einen Zuwachs. Gegenüber dem Vorjahr beträgt dieser 39 Fälle (plus 9 Prozent). Gegenüber 2020 (Beginn der detaillierten Erhebung der digitalen Kriminalität) hat sich die Zahl der gemeldeten Fälle nahezu vervierfacht (plus 351 Prozent).
Nicht nur die stetig steigenden Fallzahlen, sondern auch die damit verbundenen zeitaufwendigen Ermittlungen sorgten nach wie vor für eine entsprechende Auslastung bei den Strafverfolgungsbehörden, heisst es in der Mitteilung weiter. Von den 453 registrierten Fällen im Bereich der digitalen Kriminalität sind 90 Prozent sogenannte Cyber-Wirtschaftsdelikte. Die pro Fall von der Täterschaft erbeuteten Geldbeträge bewegten sich vom drei- bis sechsstelligen Frankenbetrag, schreibt die Kantonspolizei diesbezüglich. Die hauptsächlich aus dem Ausland agierende Täterschaft passe bei diesen betrügerischen Delikten ihre Vorgehensweise fortlaufend an. So habe sich beispielsweise im Jahr 2025 auch die Anzahl angezeigter Identitätsmissbräuche mehr als verdoppelt (total 48 Fälle), erklärt die Polizei im Communiqué.
Zahl der Diebstähle verringert sich
Was die Diebstähle aus unverschlossenen Fahrzeugen betrifft, so ist gegenüber den Jahren 2023 und 2024 ein markanter Rückgang feststellbar. Hatten sich die Fallzahlen in den beiden Vorjahren zwischen 120 und 130 bewegt, wurden 2025 55 solcher Straftaten (minus 57 Prozent) registriert. Ein Rückgang dieses Modus Operandi sei nicht nur im Kanton Appenzell Ausserrhoden, sondern schweizweit erkennbar, so die Mitteilung. Trotz des erheblichen Rückgangs gegenüber den beiden Vorjahren ist die Anzahl Diebstähle aus Fahrzeugen die dritthöchste im 10-Jahres-Vergleich. So sind im Zeitraum von 2016 bis 2022 jährlich bloss zwischen 6 und 30 Fälle registriert worden.
Bei den Einschleichediebstählen – also dem gewaltlosen Eindringen in Gebäude zwecks Diebstahls – wurde ebenfalls eine starke Abnahme gegenüber 2024 verzeichnet, und zwar um 39 Fälle (minus 39 Prozent). Analog dazu ist in der gesamten Schweiz für solche Delikte ein Rückgang der Straftaten zu beobachten.
Nach hohen Zahlen in den Jahren 2022 bis 2024 ist die Anzahl gemeldeter Fahrzeugdiebstähle 2025 rückläufig. Waren 2024 noch 167 Fahrzeugdiebstähle gemeldet worden, halbierte sich diese Zahl 2025 auf 84. 69 der total 84 entwendeten Fahrzeuge waren Velos beziehungsweise E-Bikes, wie in der Ausserrhoder Kriminalstatistik präzisiert wird.
Vom gesamten Rückgang von 469 Straftaten entfallen 361 auf die verschiedenen Arten von Diebstählen sowie damit in Verbindung stehenden Sachbeschädigungen und Hausfriedensbrüchen. «Da Diebstahlsdelikte oft in Serien begangen werden, können die Zahlen in einem kleinen Kanton wie Appenzell Ausserrhoden von Jahr zu Jahr stark variieren, abhängig davon, wie viele Serien gerade auftreten», betont die Kantonspolizei. Aufgrund dieser Volatilität könne auch bei der Gesamtzahl der StGB-Delikte kein eindeutiger Rückgangstrend festgestellt werden.
Schwere Gewaltdelikte alle aufgeklärt
Die Anzahl registrierter Gewaltdelikte betrug 2025 160 Straftaten (minus 57 Taten beziehungsweise minus 26 Prozent). Ein Grossteil dieser Abnahme betrifft den Bereich der häuslichen Gewalt. So sind gegenüber dem Vorjahr 23 Straftaten weniger angezeigt worden. Bei Interventionen wegen häuslicher Gewalt würden meist mehrere Straftatbestände rapportiert, die in der Statistik ausgewiesene Anzahl Straftaten sei daher nicht gleichzusetzen mit der Anzahl der Fälle, erklärt die Kantonspolizei in ihrer Mitteilung.
Die Gesamtaufklärungsquote der Gewaltstraftaten wurde 2025 mit knapp 94 Prozent leicht gesteigert. Gemäss Polizei konnten auch 2025 sämtliche schweren Gewaltdelikte aufgeklärt werden.
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Die Straftaten werden weniger 2026 IUSTITIA.BG – Investigations 2009-2025 2026-03-23 14:45:57
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