Der Tag war als Rahmenveranstaltung zur Sonderausstellung «Wild. Wald. Wir.» des Appenzeller Brauchtumsmuseums Urnäsch angelegt, durch die Peter Jäger führte, selbst Jäger und als Museumsführer mit der Materie bestens vertraut.
Den Auftakt machte der kantonale Hegeobmann Felix Eberhard, der einen grossen Bogen über die jagdliche Tätigkeit spannte und einen Einblick gab, wie viel Planung und wie vielfältig die damit verbundenen Aufgaben sind. Jagd und Lebensraumpflege der Wildtiere seien eng miteinander verbunden. Wer in Appenzell Ausserrhoden jagen will, durchläuft eine intensive Ausbildung und leistet zuvor bis zu 150 Hegestunden. Und auch danach folgt jedes Erlegen klaren kantonalen Vorgaben, zum Beispiel indem man schwächere Tiere zuerst entnehme, damit der Bestand gesund erhalten bleibt. Das Ziel hinter der jagdlichen Tätigkeit: ein gesunder Wildbestand, der dem Lebensraum angepasst ist.
Reh- und Rotwild statt Gamsen
Spannend war sein Blick auf den Wandel: Wo früher noch ein höherer Gamsbestand herrschte, prägen heute Reh- und Rotwild das Bild. Der Luchs ist zurück, im Appenzellerland sind nach Schätzungen mehrere Tiere aktiv. Die moderne Technik hält ebenfalls Einzug, insbesondere bei der Hege: Für die Rehkitzbergung im Frühjahr stehen inzwischen zwölf leistungsstarke Drohnen im Einsatz. Eine wichtige Massnahme, damit Jungtiere beim Mähen nicht zu Schaden kommen.
Auch das veränderte Freizeitverhalten sprach der Hegeobmann an. Immer mehr Menschen sind zu jeder Jahreszeit im Wald unterwegs. Sein Appell, ganz im Sinne des Ausstellungsmottos «Wild. Wald. Wir.», fiel ebenso einfach wie versöhnlich aus: Wir alle sind Teil dieses Lebensraums und sollten uns respektvoll in ihm bewegen.
Der Wald als Grundlage von allem
Förster Alex Plaschy vom Forstbetrieb am Säntis stellte anschliessend den Wald selbst in den Mittelpunkt. Wie sich ein Wald verjüngt, hängt stark vom Licht ab. «Die Verjüngung ist im Grunde ein Spiel mit dem Licht», brachte es Plaschy auf den Punkt. Wo Licht auf den Boden fällt, können sich junge Bäume entwickeln.
Der auf den ersten Blick «unaufgeräumt» wirkende Wald sorge bisweilen für Stirnrunzeln. Plaschy erklärte, warum dies keinesfalls ein Zeichen von Vernachlässigung ist: Gerade jungen Bäumen bietet das Totholz ein ideales Keimbett und ist wertvoller Lebensraum für eine Vielzahl von Insekten. Bewirtschaftet wird der Wald trotzdem, aber gezielt belassenes Totholz gehört zum intakten Kreislauf dazu. Überhaupt sei Zurückhaltung Teil der Planung: Der jährliche Zuwachs von rund zehn Kubikmetern pro Hektar werde bewusst nicht abgeschöpft. Auf den Klimawandel angesprochen, führte er weiter aus: Wo nachgepflanzt werden muss, setze man heute vermehrt auf wärmeliebende Baumarten.
Treue Helfer auf vier Pfoten
Den Abschluss bildete eine weitere eindrückliche Station des kantonalen Hundeobmanns Jochen Steinke und seinen beiden Weimaranen «Domino» und «Bucky». Gemeinsam mit Sohn und Tochter zeigte er, was es mit der Nachsuche auf sich hat, jener Arbeit, bei der ein Hund im Ausnahmefall ein beschossenes, flüchtiges Tier aufspürt. Steinke machte deutlich, dass eine solche Nachsuche nicht alltäglich sei und ihm das Tierwohl am Herzen liegt.
Wie aufwendig diese Aufgabe ist, verdeutlichte die ausgestellte Ausrüstung: eine imposante Menge an Material, die erahnen liess, wie viel Zeit und Geduld in der Ausbildung eines guten Nachsuchehundes stecken. Es vergehen zwei bis drei Jahre Training, bis der Hund aktiv eingesetzt werden kann. Zum Abschluss liess die präzise Arbeit des Hundes auf einer kurzen künstlich angelegten Übungsfährte die Besucherinnen und Besucher staunen.
Ein geselliger Ausklang
Wer wollte, liess den Vormittag bei Bratwurst vom Feuer ausklingen. Für den stimmungsvollen Schlusspunkt sorgten einige Vertreter der Jagdhornbläsergruppe «Waldkauz», die den Gästen das Brauchtum des Jagdhornblasens näherbrachten. Wie gut der Anlass ankam, brachte Besucherin Daniela Büsser auf den Punkt: «Der Einblick in das weitreichende Zusammenspiel von Waldpflege und Jagd war sehr spannend. Man sieht, wie vielseitig die Aufgaben sind. Insbesondere bei den Hunden hat mich beeindruckt, wie viel Anstrengung in der Ausbildung steckt.»
Der Beitrag Ein Wald- und Wildtag erschien zuerst auf appenzell24.ch.
Ein Wald- und Wildtag 2026 IUSTITIA.BG – Investigations 2009-2025 2026-06-18 09:49:00
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