Wie das SRF Regionaljournal Ostschweiz am Mittwochmorgen (5. August 2026) meldete, erhalten Patienten seit ein paar Wochen in den Spitälern von HOCH Health Ostschweiz Mineralwasser von Valser statt von Goba. Dies nach einer Zusammenarbeit mit dem Getränkehersteller aus Gontenbad von rund 15 Jahren, wie HOCH-Mediensprecher Philipp Lutz auf Anfrage erklärt.
«Man will kostenbewusste Spitäler»
Grund sei die Fusion der vier Spitalverbünde zu HOCH Health Ostschweiz, in Zuge dessen man verschiedene Aufträge an Lieferanten neu ausgeschrieben habe, unter anderem das Mineralwasser. 2025 fusionierten das Kantonsspital St. Gallen, die Spitalregion Rheintal Werdenberg Sarganserland (inklusive Grabs und Altstätten), das Spital Linth (Uznach) und die Spitalregion Fürstenland Toggenburg (Wil) zu HOCH Health Ostschweiz.
Bei einem Volumen von rund einer Million Liter Wasser pro Jahr habe die zu Coca Cola gehörende Valser Mineralquellen AG aus Graubünden das beste Angebot gemacht, dieses bringe jährliche Einsparungen im Umfang eines «substanziellen fünfstelligen Betrags», erklärte HOCH Health Ostschweiz gegenüber dem Regionaljournal Ostschweiz.
Bei Goba ist man der Meinung, dass der Preis beim Entscheid eine grosse Rolle gespielt habe. Aufgrund der öffentlichen Ausschreibung kenne man den offerierten Total-Preis, sagt dazu Geschäftsleitungsmitglied Michael Sedda. Wie sich dieser auf verschiedene Produkte, Verpackungsarten – Glas-Flaschen oder PET-Flaschen – und -grössen aufteile, könne man nicht beurteilen. Fakt sei, dass das Kriterium «Preis» bei dieser Ausschreibung eine sehr hohe Gewichtung erhalten habe und zum Entscheid geführt haben müsse.
Es gehe nicht darum, Preise zu drücken, erklärt HOCH auf Anfrage. Aber auch von den Spitälern werde zurecht über alle Bereiche hinweg Kostenbewusstsein und Wirtschaftlichkeit verlangt. Ein professionelles Beschaffungsmanagement im Einkauf trage massgeblich zu Effizienz und Wirtschaftlichkeit bei. Zudem gelte es, gesetzliche Vorgaben einzuhalten, dazu gehörten öffentliche Ausschreibungen.
«Lokal sein allein reicht nicht»
Eine Bevorzugung von lokalen Anbietern im öffentlichen Beschaffungswesen sei grundsätzlich nicht erlaubt, beantwortet er eine entsprechende Frage. Sachbezogene Kriterien wie etwa kurze Transportwege oder lokale Servicebereitschaft können als sachliche Zuschlagskriterien allerdings in die Beurteilung miteinfliessen.
Warum hat also die Nähe von Goba in diesem Fall den Entscheid doch nicht zugunsten von Gontenbad «gedreht»? Das geltende Vergaberecht verbiete eine Benachteiligung auswärtiger Firmen, um den freien Wettbewerb und die Gleichbehandlung zu garantieren, erklärt Lutz. Dennoch würden auch Kriterien wie Transportwege mit in den Entscheid einfliessen. Das Angebot von Valser sei aber eben insgesamt das beste von den acht eingegangenen gewesen.
Den Auftrag habe man ungern verloren, räumt Sedda ein, man habe all die Jahre gern und zuverlässig Mineralwasser mit dem Lastwagen vom Bühler nach St. Gallen geliefert. Der Anteil von HOCH am Gesamtumsatz sei nicht unbedeutend, jedoch durch Wachstum mit Kunden, die auf Regionalität und Nachhaltigkeit setzen würden, gut kompensierbar. Da man auch 2026 neue Kunden gewonnen habe, könne Goba den Verlust des HOCH-Auftrags wettmachen.
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Goba verliert einen Grosskunden 2026 IUSTITIA.BG – Investigations 2009-2025 2026-08-06 18:14:00
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