Andreas Fässler, der Präsident des Baumeisterverbandes beider Appenzell, begrüsste zur Generalversammlung in Rehetobel zahlreiche Mitglieder sowie Gäste aus Politik und Branche, darunter die beiden Appenzeller Vorsteher des Baudepartements, Dölf Biasotto (Ausserrhoden) und Hans Dörig (Innerrhoden), die sich in ihren Grussworten zur aktuellen Lage äusserten.
Harziger Start
Selbiges tat denn auch Präsident Fässler. In seinem Jahresbericht zeichnete er ein differenziertes Bild. Das Bauhauptgewerbe hatte 2025 schweizweit um rund 2 Prozent zugelegt. Auch in der Ostschweiz war die Nachfrage stabil geblieben. Gleichzeitig sei der Jahresstart harzig verlaufen. «Viele Betriebe warteten auf Vergaben oder auf den Baubeginn, oft wegen Verzögerungen bei Projekten. Erst im Lauf des Jahres entspannte sich die Situation spürbar», hielt Fässler fest. Ein zentrales Anliegen bleibe für den Verband die Planungssicherheit. Fässler machte deutlich, dass frühzeitige Ausschreibungen und klare Abläufe entscheidend sind. Kurzfristige Anfragen, insbesondere im Tiefbau, führten immer wieder zu Engpässen. In solchen Situationen kämen mitunter Anbieter zum Zug, die sich nicht an die gleichen Vorgaben hielten. Das sorge für Unmut, es stelle sich die Frage, ob faire Wettbewerbsbedingungen auf diese Weise gewährleistet sind.
Mehr Flexibilität
Auch auf nationaler Ebene tat sich einiges. Die Verhandlungen zum neuen Landesmantelvertrag waren anspruchsvoll. Das Ergebnis bringt für die Jahre 2026 bis 2031 mehr Flexibilität, beispielsweise bei der Arbeitszeitgestaltung. «Gleichzeitig bleibt das Regelwerk komplex», hat Andreas Fässler betont.
Nachwuchs im Fokus
Ein Lichtblick zeigt sich beim Nachwuchs. Die Zahl der Lernenden steigt wieder leicht, wenn auch auf tiefem Niveau. Aktuell gibt es in Ausser- und Innerrhoden 23 Strassenbau- und 29 Maurerlehrlinge (EFZ). Für den Verband ist klar, dass hier weiterhin gezielt investiert werden muss. Geplant ist unter anderem eine Regionalausscheidung der Swiss Skills im Rahmen der Gewerbemesse in Appenzell (12. bis 15. November). Damit sollen junge Talente gefördert werden. Lehrlingsobmann Peter Knöpfel hat zudem über das Lehrlingsprojekt im Kloster Maria der Engel in Appenzell berichtet. In dessen Rahmen engagierten sich vier Lernende aus dem Verband bei den Umgebungsarbeiten des 400-jährigen Gebäudes.
Zwei neue Mitglieder
Unter dem Traktandum Mitglieder wurden zwei neue Firmen aufgenommen: die «Strässle GmbH» aus Schachen und die «Aeschbacher Tiefbau AG» aus Appenzell. Gleichzeitig hatte die «Emil Hörler AG» ihre Geschäftstätigkeit eingestellt. Zu reden gab die Zukunft der Verbandsreise, denn die Teilnehmerzahlen sind rückläufig. Der Vorstand will nun mit einer Umfrage klären, ob und in welcher Form das Angebot weitergeführt werden soll.
KI-Hilfsmittel «Construix»
Nach dem offiziellen Teil richtete sich der Blick nach vorne. Michael Kehrli vom Schweizerischen Baumeisterverband demonstrierte, was die Vorzüge des Experten-Bots «Construix» sind. Dieses KI-Tool könne dabei helfen, Abläufe zu vereinfachen und explizites Branchenwissen schneller verfügbar zu machen. So sind die neuen Regelungen des Landesmantelvertrags bereits impliziert. Präsident Andreas Fässler hat die Versammlung mit dem Zitat geschlossen: «Die Zukunft baut man nicht allein, sondern gemeinsam.»
Der Beitrag Leicht steigende Tendenz bei Lernenden erschien zuerst auf appenzell24.ch.
Leicht steigende Tendenz bei Lernenden 2026 IUSTITIA.BG – Investigations 2009-2025 2026-04-27 05:38:00
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