Die BBG lockte mit einem gelungenen Musikprogramm und künstlerischen Einlagen rund 600 Gäste, verteilt über zwei Abendvorstellungen, in den originalgetreu dekorierten Saal des Oberstufenzentrums. Mit Kostümen und guter Laune empfingen die Gaiser Musikerinnen und Musiker das zahlreiche Publikum.
Rund eine Woche verbrachten die Mitglieder der BBG mit Aufbau, Organisation und Probe für diesen grossen Abend. Gemäss eigenen Angaben verbauten die Helferinnen und Helfer 300 Paletten zur 160 Quadratmeter grossen Bühne, umrahmt von 4 Tonnen Gerüstmaterial und zwei riesigen Monitoren, um auch für die hintersten Reihen eine gute Sicht auf das Geschehen auf der Bühne zu garantieren. Eine Riesenleistung, wie von den Verantwortlichen des Abends, namentlich Marcel Züst, Peter Heierli und Ueli Sager, zu vernehmen war.
Ein Ambiente wie im Original
Um 18.30 Uhr wurden die Türen für das Publikum geöffnet. Wer dabei sein wollte, musste jedoch ein reserviertes Ticket haben, denn an der Abendkasse waren sämtliche Billette ausverkauft. Im Foyer wurden die Besucherinnen und Besucher von angenehmem Klavierspiel empfangen, das aus den Tasten von Dorflegende Hans Nef stammte. Trotz seinen 92 Jahren vermochte Hans Nef eine authentische und gemütliche Atmosphäre zu zaubern, so wie es sich für ein Varieté-Theater gehört.
Wer sich nach einem Apéro an seinen Sitzplatz begab, konnte sich bei Bedarf noch mit einem Menü aus der BBG-Küche, geführt von Urs Heierli, verpflegen. Die Bandbreite reichte von Boeuf Bourguignon auf einem Reisring über knusprige Baguettes in verschiedenen Variationen hin zu raffinierten Desserts wie Eclairs, ganz nach französischem Vorbild. Aber auch Kunstvorführungen wie Keulen jonglieren oder Diabolo-Kunststücke waren im Saal zu entdecken, welche Lust auf die bevorstehende Show machten.
«Francine» führt durchs Programm
Nach 20 Uhr dämpfte sich das Licht im Saal und das Publikum stellte den Fokus auf die Bühne. Die BBG schritt in der Folge an den Seiten zur Bühne und nahm geordnet und organisiert Platz. Nachdem sich die BBG originell selbst via Monitore vorgestellt hatte, spielte sie zum ersten Stück des Abends, ein Marsch, auf. Danach erschien auf den genannten Monitoren «Francine», ein virtuelles Mitglied des Moulin-Rouge-Ensembles, das mit charmantem französischem Akzent die Zuschauer begrüsste und fortan durch den Abend führte. Sie sagte jeweils die nächste musikalisch-künstlerische Nummer an, gab Hintergrundinfos preis und wartete auch mit einigen Anekdoten zum echten Moulin Rouge in Paris auf.
Kurzweilig und weltmeisterlich
Zum Repertoire des Abends gehörten unter anderem neu arrangierte und speziell aufgesetzte Lieder aus Film und Fernsehen, gespielt von der Brass Band Gais. Das beinhaltete Songs wie «You’ll be in my Heart» von Phil Collins, Melodien aus dem Kinofilm «Drachenzähmen leicht gemacht» oder den Titel «Pompeii» der britischen Band Bastille. Letztlich waren auch Zusammenspiele der BBG mit den Gästen zu hören, was für Kurzweiligkeit und Abwechslung im Saal sorgte. Zu einem solchen Gast gehörte zum Beispiel der Profi-Saxofonist Marco Böni. Er spielt das für die BBG eher ungewöhnliche Bariton-Saxofon. Doch sein Stil und der jazzige Ton des Instruments passten sehr gut in den Abend und das Arrangement. Weiter war auch Daniel Borak, seines Zeichens Stepptanz-Weltmeister, mit den Mitgliedern der «Tap Dan’s Company» zu Gast. Die Vielfältigkeit des in der breiten Bevölkerung eher unbekannten Stepptanzes verlieh dem Programm eine eigene Art von Zauber. Für das Publikum war besonders, dass nicht nur auf der Hauptbühne, sondern auch auf eigens dafür eingerichteten kleinen «Ein-Personen-Bühnen» inmitten der Tische gesteppt wurde. So hatten alle die Möglichkeit die Schnelligkeit, Präzision und den Rhythmus hautnah erleben zu dürfen.
Interview mit scheidendem Dirigenten
Inmitten des Programms kam es auch zu einer Ankündigung der grösseren Art: Ueli Sager interviewte Marcel Züst, der seit fast zehn Jahren Dirigent der Brass Band Gais ist. Dabei erklärte Marcel Züst, im nächsten Jahr von seinem Dirigentenposten zurückzutreten. Dies schmerze einerseits, sei jedoch für eine gesunde Entwicklung auch notwendig. Denn eine Musikformation wie die BBG lebe von Veränderung. Schliesslich sei nach zehn Jahren dirigieren der richtige Zeitpunkt für einen Wechsel. Glücklicherweise hat die BBG bereits eine Nachfolge für Marcel Züst gefunden. Patrick «Mälli» Manser wird ab dem Jahr 2027 den Takt in der Musikformation angeben. Ganz mit dirigieren aufhören, könne Marcel Züst allerdings doch nicht. Er habe bereits ein neues Projekt, welches er während des Interviews erläuterte. Bis im Sommer 2026 möchte er in Kooperation mit der MG Bühler und der Harmoniemusik Teufen eine Jugendmusik aufbauen. Dies, um den Jugendlichen eine Plattform zu bieten, das in der Musikschule erworbene Wissen auch in die Praxis umsetzen zu können. Die Leidenschaft für dieses Herzensprojekt war förmlich spürbar. Er könne jederzeit auf die Unterstützung der BBG zählen, ergänzte Ueli Sager. Für sein Engagement und seine grosse Leistung zu Gunsten der Musikszene in Gais durfte Marcel Züst zum Schluss des Abends stehende Ovationen entgegennehmen.
Stepptanz-Feuerwerk
Nach rund zweieinhalb Stunden Programm kam der Abend langsam aber sicher zu einem Ende. Peter Heierli, Präsident der BBG, ergriff das Wort und dankte allen Helferinnen und Helfern herzlich für das Gelingen dieses Anlasses. Es sei unglaublich, was dieser Verein schaffe, denn es sei nicht selbstverständlich, in dieser Grössenordnung eine Show zu organisieren. Das gehe nur mit einem starken Team, welches die BBG buchstäblich sei. Just zum Schluss der Dankesrede von Peter Heierli tauchte ein junger Stepptänzer aus den Reihen von Daniel Borak auf, der die Bühne für sich und viele andere Kinder einforderte. Es folgte nochmals ein Feuerwerk an Stepptanz, gepaart mit Musik von der BBG und einem goldenen Konfettiregen, der von der Regie ausgelöst wurde.
Nachdem der letzte Beifall verklungen war, wurde die Bar eröffnet, wo man sich noch auf einen gemütlichen Schlummertrunk traf. Viele Besucherinnen und Besucher unterliessen nicht, Marcel Züst und allen Musikerinnen und Musikern der Brass Band Gais ihren Dank auszusprechen. Auch über das Thema der nächsten Unterhaltung der BBG wurde spekuliert. Ob die richtige Antwort dabei war, wird sich aller Wahrscheinlichkeit nach erst in drei Jahren zeigen. Das Gaiser Moulin Rouge schloss jedenfalls am frühen Sonntagmorgen für immer die Türen, die Erinnerungen an diesen Abend werden aber sicherlich noch lange halten.
Der Beitrag Mit der Brass Band Gais im Moulin Rouge erschien zuerst auf appenzell24.ch.
Mit der Brass Band Gais im Moulin Rouge 2026 IUSTITIA.BG – Investigations 2009-2025 2026-04-21 12:41:44
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