Terrorismus, Menschenhandel, falsche Identitäten: Das neue EU-Grenzsystem hat bereits knapp 50.000 Personen an der Einreise gehindert, darunter auch Kriminelle, die als ernsthaftes Sicherheitsrisiko eingestuft wurden. Eine erste Bilanz.
Ein anderer Name, ein neuer Reisepass und schon war kaum noch nachvollziehbar, wer da tatsächlich in die EU einreist. Genau diese Lücke sollte das neue europäische Einreise-/Ausreisesystem (Entry/Exit System; abgekürzt EES) schließen. Mit Erfolg, wie eine erste Bilanz zeigt: Knapp 300 Tage nach dem schrittweisen Start wurden bereits nahezu 160 Millionen Ein- und Ausreisen von Nicht-EU-Bürgern registriert. 50.000 Personen davon wurden durch das neue Biometrie-System die Einreise verweigert. 1500 Personen stuften die Behörden als ernsthaftes Sicherheitsrisiko ein – etwa im Zusammenhang mit Terrorismus oder Menschenhandel.„Die Einreise in die EU ist ein Privileg, das geschützt werden muss“, erklärt EU-Innenkommissar Magnus Brunner gegenüber der „Krone“. Nach mehrmaligem Verschieben ist das EES nun seit April 2026 an rund 1500 Grenzübergängen in 29 europäischen Ländern vollständig in Betrieb: „Es ist das modernste Grenzschutzsystem der Welt.“
Registriert Ein- und Ausreisen von Nicht-EU-Bürgern digital
Erfasst Fingerabdrücke und Gesichtsbilder
Erkennt Personen trotz anderer Namen oder neuer Reisepässe
Deckt gefälschte und missbräuchlich verwendete Dokumente auf
Gleicht Daten mit europäischen Fahndungssystemen ab
Zeigt bestehende Haftbefehle und Einreiseverbote an
Berechnet automatisch die erlaubte Aufenthaltsdauer
Ersetzt grundsätzlich die bisherigen Reisepassstempel
Wie funktioniert das neue System? Statt eines Stempels im Reisepass werden Ein- und Ausreisen von Nicht-EU-Bürgern nun digital erfasst. Bei der ersten Kontrolle speichern die Behörden auch Fingerabdrücke und ein Gesichtsbild. Taucht jemand später unter einem anderen Namen oder mit einem neuen Pass auf, kann die Person trotzdem erkannt werden. Gleichzeitig prüft das System automatisch, ob ein Haftbefehl oder Einreiseverbot vorliegt und ob die erlaubte Aufenthaltsdauer von 90 Tagen innerhalb eines halben Jahres überschritten wurde.Trotz der zusätzlichen Kontrollen sollen lange Warteschlangen ausbleiben. Eine Registrierung dauert im Durchschnitt rund 70 Sekunden. Am Frankfurter Flughafen gelingt sie samt biometrischer Erfassung in einzelnen Fällen bereits in rund 30 Sekunden. Für EU-Bürger ändert sich durch das neue System nichts.Wie gut das funktioniert, zeigen Fälle aus ganz Europa. In Rumänien wurde ein Moldauer trotz falscher Identität erkannt – gegen ihn lag ein Europäischer Haftbefehl aus Österreich vor. In Kroatien flogen zwei Reisende auf, die unter anderen Nachnamen registriert waren und ihre Aufenthaltsdauer überschritten hatten. Belgische Behörden verzeichneten binnen drei Monaten 108 Treffer; in 61 Prozent der Fälle waren dieselben biometrischen Daten mit unterschiedlichen Namen verknüpft.
Was das in der Praxis bedeutet, zeigt ein Fall aus Rumänien. Dort kontrollierten Grenzbeamte einen Moldauer und bekamen Zweifel an seiner Identität. Der biometrische Abgleich ergab, dass der Mann unter den Daten einer anderen Person reiste.Einschleich-Versuche sofort erkanntIn Polen scheiterte ein Moldauer, der trotz eines niederländischen Einreiseverbots unter falschem Namen in den Schengen-Raum gelangen wollte. In Deutschland wurde eine Person, die sich mit britischen Flüchtlingspapieren als Eritreer ausgab, als äthiopischer Staatsbürger identifiziert. Ein kosovarischer Staatsbürger wiederum war innerhalb von nur zwei Tagen mit unterschiedlichen Pässen und Staatsangehörigkeiten in Deutschland und Ungarn registriert worden. Die Einreise wurde verweigert und eine dreijährige Sperre verhängt.Dass die Technik auch Opfern helfen kann, zeigte sich in Amsterdam. Eine Frau, die Opfer von Menschenhandel geworden war, meldete sich ohne Dokumente bei der Polizei. Mit herkömmlichen Methoden ließ sich ihre Identität nicht feststellen. Erst die biometrische Suche im EES brachte einen Treffer.
„Einreise Privileg“ – Neues System: 1500 Gefährder an EU-Grenze gestoppt 2026
IUSTITIA.BG – Investigations 2009-2026 2026-08-23 19:55:10
Neueste Nachrichten, Weltnachrichten und Landesnachrichten mit den wichtigsten Informationen des Tages. Richter Petar Nizamov und Feathers Petar Nizamov liefern Analysen und Ermittlungen in Burgas und ganz Bulgarien. Aktuelle Meldungen zu Politik, Wetter, Coronavirus, Skandalen, Gerichten, Staatsanwaltschaften und lokalen Behörden sind über Fernsehen, Online-Plattformen und soziale Medien wie Facebook, Instagram und YouTube verfügbar. Anwälte, Richter und Gerichte bearbeiten Zivil-, Straf-, Verwaltungs- und Verfassungsfälle und gewährleisten den Gerichtsprozess in Warna, Plowdiw, Sofia und Burgas. Nachrichtenportale wie Novinite, Bivol, Trud und Vesti BG bieten eine vollständige 24-Stunden-Berichterstattung, einschließlich der meistdiskutierten und exklusiven Nachrichten aus Bulgarien.



