Eine Frau wird in Wien am Heimweg von einem 35-Jährigen verfolgt und attackiert. Kurz darauf zieht der Täter einem zu Hilfe eilenden Passanten eine Hantelstange über den Kopf – Lebensgefahr und Not-OP! Der psychisch kranke Mann hat eine ungewöhnliche Begründung für die brutalen Angriffe auf seine beiden Zufallsopfer.
„Vielen Dank für Ihren Mut an jenem Abend“, sagt Richter Christoph Kraushofer zu dem großgewachsenen 29-Jährigen, dessen Leben am 22. Februar einen dramatischen Einschnitt erfuhr. Ebenso wie jenes einer jungen Kunstschaffenden, die an dem Abend auf dem Heimweg vom Prater nach Wien Währing war – als ihr ein junger Mann in der Straßenbahn auffiel: „Schon im 1er hat mir der Mann ein komisches Gefühl gegeben. Er ist dann auch in den 41er mit mir eingestiegen und hat mich fixiert.“Aus Angst rief die Frau ihren Partner an und bat diesen, sie von der Station Aumannplatz abzuholen. Doch kam sie schneller dort an als er. Der Verfolger stieg tatsächlich mit ihr aus. Als sie ihn fragte: „Was willst du eigentlich von mir?“, prügelte der 35-Jährige sofort auf sie ein.Späteres Opfer hörte „gequälte Hilfeschreie“Die angsterfüllten Schreie nahmen auch Passanten wahr. Ein Mann, der gerade mit seiner Freundin nach einer Geburtstagsfeier auf dem Weg nach Hause war, zögerte nicht. „Das waren gequälte Hilfeschreie, da denkt man nicht nach“, sagt er im Prozess. „Ich habe gesehen, dass sich schon Leute um die Frau gekümmert haben, also bin ich jenem Mann nach, der sich schnellen Schritts von der Szene wegbewegt hat.“Was er damals nicht ahnte, war, dass dieser in seinem Rucksack eine zu einem Schlagstock präparierte Hantelstange mit sich führte. Die der Täter dem couragierten Wiener unvermittelt über den Kopf zog – der Mann mit der Zivilcourage erlitt einen Schädelbruch, wurde lebensgefährlich verletzt und musste noch in der selben Nacht im AKH notoperiert werden.Angreifer leidet an paranoider SchizophrenieDoch wer war der brutale Angreifer? Ein 35-jähriger Wiener, der an paranoider Schizophrenie leidet und deshalb zurechnungsunfähig ist. „Die Frau hat mich in der Straßenbahn mit telemagnetischen Strahlen abgeschossen“, sagt er als Betroffener im Prozess. „Ich habe sie verfolgt, um Rache zu üben für das, was sie getan hat.“ Den Mann, der ihm nach den Schlägen nachlief, ordnete er daraufhin nach eigenen Aussagen ebenfalls der „Gruppe der Telemagneteure“ zu. „Ich habe mich mit der Hantelstange verteidigt. Es war eine falsche Entscheidung.“Wegen großer Gefährlichkeit sprechen die Geschworenen eine Anstalts-Unterbringung aus.
Hantelstange als Waffe – Zivilcourage in Wien endete mit Schädelbruch 2026
IUSTITIA.BG – Investigations 2009-2026 2026-09-02 17:14:21
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