Seit Mittwoch der Vorwoche lag am Grund des Attersees das Wrack eines abgestürzten Kleinflugzeuges. Zwei Taucher wagten nun auf 160 Meter Tiefe abzusteigen, um die Bergung des Fliegers zu ermöglichen. Die „Krone“ hat mit Markus Sturm gesprochen, dem das Husarenstück gelang.
Es war eine Glanzleistung von zwei Tauchern, die nötig war, um die Leichen von zwei jungen Menschen und das Wrack eines abgestürzten Flugzeuges vom Grund des Attersees zu holen. Denn der Flieger, der am vergangenen Mittwoch in den See stürzte und untergegangen war, lag auf 160 Metern Tiefe. Markus Sturm (44) und sein Deutscher Kollege Manfred Führmann (68) tauchten am Montag in die Tiefe, um die Bergeseile am Wrack anzubringen. „Schwieriger als erwartet“„Wir hatten dafür nur 90 Sekunden eingeplant und es war dann schwieriger als erwartet, weil wir die Seile praktisch per Hand unter dem Wrack durchbringen mussten. Am Ende werden es zwei Minuten gewesen sein, die wir ganz unten waren“, beschreibt Taucher Markus Sturm die Meisterleistung. Und eine solche war es, denn die Vorbereitungszeit war extrem kurz. „Wir haben erst seit Samstag daran gearbeitet. Es musste alles so sicher wie möglich sein“, sagt Sturm, der gemeinsam mit seinem Kollegen und Lehrmeister Manfred Führmann auf 160 Meter abtauchte.Sicherheit enorm wichtigSechs Sicherungstaucher waren bis auf eine Tiefe von 80 Meter verteilt – für den Fall der Fälle. Alles musste bis ins kleinste Detail besprochen und geplant werden, denn ein Tauchgang in diese Tiefe kann lebensgefährlich sein. „Wir haben wenig geschlafen seit Samstag und immer auch alles mit der Staatsanwaltschaft abgeklärt, weil die natürlich auch die größtmögliche Sicherheit wollte“, so Sturm.Doch dass man nicht alles bis ins kleinste Detail planen kann, zeigte sich erst in 160 Metern Tiefe. „Die Bilder des Tauchcomputers waren leider nicht ideal. Die Teile, wo wir die Seile anbringen wollten, waren nicht stabil genug. Deshalb mussten wir improvisieren“, so Sturm, der gewerblicher Taucher ist.Langer Weg zurückAm Ende klappte alles und während das Wrack relativ schnell nach oben gebracht werden konnte, mussten sich die beiden Taucher in Geduld üben. „Der ganze Tauchgang dauerte dann drei Stunden wegen der vielen Dekompressionsstopps nach oben“, erklärt Markus Sturm. Unfall am MittwochEine 19-jährige Flugschülerin und ihr 24-jähriger Fluglehrer (beide aus Deutschland) waren, wie mehrfach berichtet, am Mittwoch in den Attersee abgestürzt. Noch am Abend des Unfalls konnte das Wrack etwa 300 Meter vom Ufer entfernt in 160 Meter Tiefe lokalisiert werden.Nun wird das Wrack in eine Halle gebracht. „Das macht alles der von uns beauftragte Gutachter für Luftfahrt und Unfallanalyse. Der wird dann das Wrack genau untersuchen. Das wird allerdings eine gewisse Zeit dauern“, sagt Christoph Weber, Sprecher der Staatsanwaltschaft Wels, zur „Krone“. Schneller wird das Ergebnis der angeordneten Obduktion der beiden Opfer auf dem Tisch liegen – das sollte noch in dieser Woche passieren. „Es wird wegen fahrlässiger Tötung gegen unbekannt ermittelt“, erklärt Weber. Am Ende der Ermittlungen hofft man, dass man eine Erklärung für den Absturz findet …
Taucher im Attersee – „Hatten nur 90 Sekunden Zeit Seile anzubringen“ 2026
IUSTITIA.BG – Investigations 2009-2026 2026-08-31 19:49:11
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